Ganz laut gegen den Krieg
13.04.2009 | 18:59 Uhr 2009-04-13T18:59:00+0200Bei Ostermarsch und Musikfestival drücken Demontranten ihren Willen zum Frieden aus
„Der auf dem Ministerstuhl, könnte er das Zittern spüren . . . der auf seiner Fernsehcouch, könnte er die Schmerzen fühlen . . ."
„No war!” blitzt unter dem Freizeithemd eines älteren Mannes hervor. Ein junges Mädchen mit Rastazöpfen hat sich die Regenbogenfahne zum Rock umgebunden. An Fahrrädern klemmen Schilder, die Botschaften wie „Eat the rich” und „Krieg ist ein Verbrechen" jedem zurufen, der dem polizeigeführten Tross des Ostermarsches von Essen nach Gelsenkirchen und Bochum begegnet. Knapp 200 Menschen aus dem Ruhrgebiet haben sich am Sonntag aufs Rad geschwungen. Ihr Gepäck ist der Wunsch nach Frieden und Versöhnung, genauer: „Nein zum Krieg, nein zur NATO, nein zu Atomwaffen und zum Afghanistankrieg!” Zur Mittagszeit schlägt der Ostermarsch im Stadtgarten auf. Unter die Haut gehen die deutsch-türkischen Friedenslieder, die ihnen Ali Mahir Abdik, Karmelita Gaertig und Leo Kowald leise aber bestimmt entgegen singen. Dazu dringen Kowalds Ermahnungen nach einer neuen deutschen Friedensidentität, die sich in der Haltung zum Nahostkonflikt genauso äußern sollte wie zum alltäglichen Rassismus vor der Haustür. „In den Kampagnen der alten und neuen Nazis von ,Wir in NRW' gegen Moscheen findet die Tradition des Antisemitismus seine Fortsetzung. Hier wird die geistige Grundlage für neue Pogrome gelegt."
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