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MiR-Jubiläum

Gala der Superlative

16.12.2009 | 17:04 Uhr
Gala der Superlative

Länger, höher, weiter: Die Eröffnungsgala des frisch renovierten Musiktheaters im Revier zum 50. Geburtstag des Hauses wurde am Dienstagabend zu einem echten Abend der Superlative. Bis 23.30 Uhr fuhr das MiR-Team alles auf, was das Herz begehrte.

Schon beim musikalischen Auftakt mit dem Vorspiel zum dritten Akt aus Richard Wagners Lohengrin konnten sich die Zuhörer von der deutlich verbesserten Akustik des Saals überzeugen: Klar und prägnant drangen die Klänge der Neuen Philharmonie Westfalen unter Leitung von MiR-Chefdirigent Rasmus Baumann ans Ohr. „Es funktioniert”, lobte auch NRW-Kulturstaatssekretär Heinrich Grosse-Brockhoff die neue Akustik.

In der Folge präsentierten die Musiker einen Querschnitt durch 50 Jahre Aufführungsgeschichte am Musiktheater. Für viele ältere Besucher gab es dabei ein Wiedersehen mit Inszenierungen und Gesangsgrößen aus vergangener Zeit. Michael Schulz freute sich vor allem, dass mit dem international bekannten Heldenbariton Oskar Hillebrandt ein „Resser Junge” erstmals auf der MiR-Bühne stand.

„Oskar Hillebrandt hatte schon als 13-Jähriger hier für den Opernchor vorgesungen, wurde aber abgelehnt. Stattdessen zog er dann hinaus in die weite Welt”, berichtete Schulz.

Mit Beiträgen von Elena Batoukova-Kerl, Diana Petrova, Richetta Manager (die seit 27 Jahren fester Bestandteil des Ensembles ist!), dem legendären Harald Stamm (der das Haus vor 39 Jahren verließ und international Karriere machte), Günter Papendell, Ruth-Maria Nicolay, Burkhard Fritz, Elise Kaufman und den Mitgliedern der aktuellen MiR-Riege nahm der Abend seinen Lauf: Die musikalische Reise reichte von Giuseppe Verdi, Gioacchino Rossini und Charles Gounod bis zu Kurt Weill und Albert Lortzing.

Richetta Manager erinnerte mit ihrem Beitrag an die deutsche Erstaufführung des George Gershwin-Klassikers „Porgy and Bess”, die am MiR stattfand, Anke Sieloff sang zu später Stunde Blues mit Rasmus Baumann am Klavier. Bei diesem weitgefächerten Repertoire durfte natürlich auch das Ballett Schindowski nicht fehlen, das nach einer kurzen Einleitung von Ballettdirektor Bernd Schindowski zu Ausschnitten aus dem Sprechtheater „Selbstbezichtigung” von Peter Handtke tanzte.

Auch Kinozeit bot die Gala: In Ausschnitten lebte „das Wunder des Malachias” (1961) von Bernhard Wicki auf, der teils am MiR gedreht wurde. Und, wen wundert's, dass die filmische Szene aus dem erfolgreichen Schalke-Musical von 2004 auf großes Gefallen der MiR-Gemeinde stieß

Ein besonderes Lob musste an diesem Abend aber auch den Musikern der Neuen Philharmonie Westfalen gelten, die sich, abwechselnd geleitet von Rasmus Baumann und Heiko Mathias Förster, in 19 verschiedene Werke einarbeiten mussten. Ein richtiges Kunststück, wenn man bedenkt, dass schon am Samstag die Premiere des „Dreiklangs” mit drei weiteren Premieren ansteht. Es bleibt also weiter spannend am Musiktheater im Revier.

Anne Bolsmann


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