Gafög tritt in Gelsenkirchen-Heßler Nachfolge von Edeka an

Der Edeka-Markt Zierles am Fersenbruch in Gelsenkirchen-Heßler.
Der Edeka-Markt Zierles am Fersenbruch in Gelsenkirchen-Heßler.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Der bisherige Markt-Inhaber sah keine Chance für den weiteren wirtschaftlichen Betrieb und schließt im April. Neuer Laden soll mehr bieten als nur Grundsortiment.

Gelsenkirchen.. Edeka Zierles geht, die Gafög kommt. Die gemeinnützige Gelsenkirchener Arbeitsförderungsgesellschaft wird das Ladenlokal am Fersenbruch in Heßler übernehmen und will die Nahversorgung vor Ort aufrecht erhalten.

Für Ende April hatte der bisherige Betreiber das Ende am Standort angekündigt. Der Markt, so seine Einschätzung, war für einen Vollsortimenter nicht mehr zeitgemäß, die Umsatzeinbußen in seinem 450 Quadratmeter kleinen Lebensmittelmarkt nicht mehr tragbar. Die bittere Erkenntnis teilte Inhaber Marc Zierles letzten Juli seiner damals noch 25-köpfigen Belegschaft mit. Das angekündigte Aus scheuchte umgehend Politik und Wirtschaftsförderung aus der Sommerruhe. Der Laden und die Zukunft der Nahversorgung im Ortsteil wurden zum breit diskutierten Problem-Thema – zunächst ohne Lösung. Vielversprechende Geschäftsnachfolger? Fehlanzeige. Und auch die üblichen Fachmarkt-Ketten aus dem Drogeriesektor winkten in der Folge ab. Zu unattraktiv und vor allem zu begrenzt erschien ihnen der Standort.

Die kleine Lösung mit sozialer Komponente

In der Bezirksvertretung und im Planungsausschuss wurden in der Folge groß gedachte Lösungen diskutiert, um einen größeren Markt mit mindestens 1200 Quadratmetern Fläche anzusiedeln. Je nach Variante hätten nicht nur Häuser dafür weichen müssen. Nun also gibt’s die kleine Lösung mit sozialer Komponente. Natürlich, macht Gafög-Geschäftsführer Stefan Lob deutlich, werde es keinen nahtlosen Übergang geben können. „Wir brauchen einen gewissen Zeitraum, um uns einzurichten.“

Klar ist bislang: Eine Frischeversorgung vor Ort soll es auch in Zukunft mit einem entsprechenden Grundsortiment geben. Aber darüber hinaus eben noch weitere Angebote. Lob: „Als Arbeitsförderungsgesellschaft sind wir anders aufgestellt und haben auch andere Gestaltungsmöglichkeiten. Wir haben natürlich ein Konzept, aber das lässt Variationen zu. Da es um die Bewohner im Stadtteil geht, wollen wir uns bei einem Termin vor Ort vorstellen, dann aber auch feststellen, was es tatsächlich an Bedarf und Bedürfnissen gibt.“

Im Rahmen des Quartierszentrums versucht die Gafög auch am Tossehof ins Geschäft zu kommen. Dort hatte die Caritas mit ihrem „Carekauf“ Schiffbruch erlitten und gab das Projekt im April 2012 auf. Mit verändertem Konzept und anderem Träger soll es nun dort weiter gehen. Doch hat sich der langwierige Abstimmungsprozess deutlich verzögert. Ein Ladenstart in Heßler scheint für Lob daher vor einer Lösung im Tossehof realistisch.

Wunschzettel für den neuen Laden

„Heßler-Markt, anders aber gut“ lautet der Slogan für den Gafög-Laden . Das Konzept wird am Mittwoch, 18. Februar, um 19 Uhr, im ev. Gemeindezentrum, Jahnstraße 23, vorgestellt. Wünsche und Anregungen aus dem Ortsteil sollen eingeholt werden. Dazu hat die Gafög Wunschzettel aufgelegt, die am Info-Abend und danach im Zentrum abgegeben werden können.