Futterkrippe begeistert Stammkunden mit Hausmannskost

Seit 1970 existiert das Imbiss-Lokal " Die Futterkrippe" an der Kirchstraße. Tim Kröner führt in dritter Generation seit 1995 das Lokal. Hier steht er mit seinen Angestellten Erika Grönke (li.) und Helga Bisan hinter der Theke.
Seit 1970 existiert das Imbiss-Lokal " Die Futterkrippe" an der Kirchstraße. Tim Kröner führt in dritter Generation seit 1995 das Lokal. Hier steht er mit seinen Angestellten Erika Grönke (li.) und Helga Bisan hinter der Theke.
Foto: Funke Foto Services
Während manche Imbissstube häufiger die Betreiber wechselt als das Bratfett, ist die Futterkrippe in der Gelsenkirchener Altstadt ein echter Familien-Traditionsbetrieb.

Gelsenkirchen.. Tim Kröner führt seit 1998 die Futterkrippe an der Kirchstraße 2. Und während manche Imbissstube häufiger die Betreiber wechselt als das Bratfett, ist die Futterkrippe in der Altstadt ein echter Familien-Traditionsbetrieb.

Tim Kröners Großmutter hatte anno 1954 den Anfang gemacht. Ihr Mann verkaufte auf dem Markt Geflügel, Elisabeth Kröner ergänzte das Geschäft mit einer schlichten Würstchenbude an der Sellhorststraße. Drei Jahre später zog sie mit ihren Würstchen in eine Holzbude auf der Weberstraße. Schon 1960 standen die Zeichen auf Expansion, ein Zweitladen an der Wilhelm-Busch-Straße in der Neustadt kam hinzu.

1965 gab es den nächsten Schnitt. Sohn Dieter stieg ein ins Geschäft mit dem schnellen Hunger. Es war die Zeit der Wirtschaftswunder. Zeit ist Geld wurde zunehmend zum allgemeinen Leitspruch. Dieter Kröner eröffnete schnell mehrere neue Filialen unter dem Namen „Grillexpress“. Zuerst in der Neustadt, wo die Mutter begonnen hatte, an der Bochumer Straße 5, dann die größte Filiale 1973 direkt neben dem alten Hauptbahnhof und 1981 schließlich in der Arminstraße 9.

Arbeitsplatz für neun Angestellte

1970 eröffnete die Futterkrippe an der Kirchstraße. In rustikaler Fachwerkoptik innen und außen, aber mit modernsten Gerätschaften. 1,95 Mark kostete damals das Grillhähnchen. In jenen Jahren waren Hähnchen der Renner, mit Würstchen allein gab sich der moderne Kunde längst nicht mehr zufrieden. Pommes und auch Schnitzel gehörten zum Standardprogramm, alles mit hausgemachten Saucen.

1989 vergrößerte Dieter Kröner seine Futterkrippe, um sich fortan auf diese Filiale in Fußweite zur Fußgängerzone zu konzentrieren. Das Prinzip, keine Fertigartikel zu verkaufen, sondern nur Hausgemachtes, hat er ebenso wie bis heute Sohn Tim beibehalten. Letzterer übernahm die Futterkrippe 1998. Der heute 45-Jährige betreibt sie mit neun Angestellten, davon fünf in Vollzeit.

Die Kundschaft ist heute sehr breit gefächert. Der Rechtsanwalt, der sich in der Mittagspause stärkt, gehört genauso zum Stammpublikum wie ältere Anwohner aus der Nachbarschaft, die sich hier ihre frisch gekochten Kohlrouladen abholen („die Kartoffeln mach ich mir selber, aber das Wickeln lohnt doch nicht für eine Person“) oder andere Geschäftsleute. „Viele nutzen heute unser Angebot eines täglich wechselnden Mittagstisches mit Hausmannskost. Hühnerfrikassee, Eintöpfe, Königsberger Klopse – sowas hat man doch früher selbst gekocht. Heute tun das viele nicht mehr, und kommen dann umso lieber auf unser Angebot zurück“, hat Tim Kröner gemerkt.

Es geht nicht ohne Pommes, Schnitzel und Würstchen

Allerdings geht es auch heute nicht ohne Pommes, Schnitzel und Würstchen – mit selbstgemachter Currysauce, noch nach altem Hausrezept. Ebenso wie die Jägersauce oder Zigeunersauce zum Schnitzel. Hähnchen gibt es auch noch – „aber daran verdient man kaum. Einkaufen, selbst würzen, 90 Minuten im Hochleistungsgrill, der viel Strom frisst und wo eine Quarzlampe schon 80 Euro kostet – das lohnt sich eigentlich nicht. Aber es wird immer noch gern genommen,“ erklärt Kröner.

Salat hatte Oma Elisabeth übrigens auch nicht im Futterkrippen-Angebot; heute geht es nicht mehr ohne. Und zum Leidwesen von Tim Kröner geht es auch nicht mehr ohne sehr viel Bürokratie: Stundenprotokolle aller Mitarbeiter, Hitzeprotokolle der Lebensmittel, tägliche Liste der Kühlartikel, seit diesem Jahr 14 neue, auszuweisende Allergene bei jedem Gericht..