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WAZ-Medizinforum

Für einen optimalen Start ins Leben

19.09.2013 | 17:44 Uhr
Für einen optimalen Start ins Leben
Dr. Werner Künkel, Oberarzt in der Klinik für Geburtshilfe, stellte die Möglichkeiten, Angebote und Ausstattung des Hauses vor.Foto: Robert Dyhringer

Gelsenkirchen.   Seit einem Jahr ist das Marienhospital in Ückendorf zertifiziertes Perinatalzentrum, ist ihm quasi bescheinigt, dass neben den „normalen“ Geburten auch Risikoschwangerschaften und Frühgeburten gut und qualifiziert zu betreuen. Beim WAZ-Medizinforum stellten der Oberarzt der Geburtshilfe, Dr. Werner Künkel, und der Chefarztder Neonatologie und Kinder- und Jugendklinik, Dr. Marcus Lutz, die Angebote im Haus vor.

98 Prozent aller Babys kommen gesund zur Welt – mit dieser beruhigenden Nachricht begann Dr. Werner Künkel, Oberarzt der Gynäkologie und Geburtshilfe am Marienhospital Ückendorf , seinen Vortrag rund um die Schwangerenbetreuung und Geburtshilfe im dortigen Perinatalzentrum beim WAZ-Medizinforum .

Vorgeburtliche Diagnostik wird in der seiner Schwangerenambulanz auf verschiedenste Arten betrieben, um im Fall der Falles so früh wie möglich therapeutisch einzugreifen bzw. Behandlungen nach der Geburt vorzubereiten. Und natürlich, um besorgte Eltern zu beruhigen, wenn alles gut ist. Was ja die Regel ist.

Diagnostik weniger invasiv

Stark rückläufig sind Fruchtwasseruntersuchungen. Binnen zehn Jahren sei diese Zahl drastisch gesunken – von 150.000 auf 35.000, wohl vor allem des Risikos von Fehlgeburten wegen, auch wenn dies bei nur 0,3 Prozent liegt. An Stelle der invasiven Methoden getreten sind differenzierter Ultraschall und Ersttrimesterscreening. Auch der neue Test aus dem Blut der Mutter, der ein Down-Syndroms ermitteln kann, wird am Marienhospital gemacht.

Allerdings zahlt den nicht die Kasse, und der Preis ist noch extrem hoch, nahezu vierstellig. Allerdings wird der auch nur empfohlen, wenn es nach Ersttrimesterscreening und Ultraschall den Verdacht auf Trisomie gibt. Und vor allem, so Werner Künkel, hat jede Schwangere ein Recht auf Nichtwissen.

„Transporte im Mutterleib sind immer besser“

Der Chefarzt der Klinik für Neonatologie, Kinder und Jugendmedizin, Dr. Marcus Lutz, erläuterte die Möglichkeiten des Perinatalzentrums, Neugeborene mit und ohne Probleme im Haus zu versorgen. Und die Vorteile, die dies fürs Baby bringt. „Transporte von Neugeborenen sind ein großes Risiko. Transporte im Mutterleib sind immer besser,“ erläuterte Lutz. In anderen Bundesländern werde mehr auf die Entbindung bei Risikoschwangerschaften in Perinatalzentren geachtet. Alle erforderlichen Fachärzte sind im Haus oder kommen hierhin. Nur große chirurgische Eingriffe würden in anderen Kliniken durchgeführt.

Fachkundiges Publikum beim Medizinforum. Foto: Robert Dyhringer

Apropos: Unter den 1000 Neugeborenen 2012 im Haus waren 29 Zwillingspärchen, ein Drillingstrio – plus Frühgeborene. Mittlerweile haben Babys ab der 23./24. Schwangerschaftswoche eine Chance zu überleben, ab der 27. Woche sogar eine sehr gute, wobei generell Jungen gefährdeter sind als Mädchen. In Zweifelsfällen bekommen Eltern ethische Beratung.

Die nächsten Themen: Rücken, Dickdarm, Gefäße und Depression

Die Reihe der WAZ-Medizinforen hält auch in dieser Saison eine breite Palette von Themen bereit. Das nächste Forum findet in Zusammenarbeit mit dem Bergmannsheil Buer am 20. November statt. Dabei wird es ums Thema „Rücken“ gehen. Beim Forum wird Dr. Uwe Wildförster (Chefarzt Neurochirurgie) über verschiedene Formen der Schmerztherapie an der Wirbelsäule informieren.

Diplom-Psychologin Andrea Höncke zeigt, welche Strategien hilfreich sind, um sich für ein rückenaktives Leben zu motivieren. Zudem werden Besuchern neue Bewegungsangebote vorgestellt – unter anderem mit einem neuen Fitnessgerät namens „Fit-Bag“.

WAZ-Medizinforum im St. Josef-Hospital

Im Januar 2014 werden in den Evangelischen Kliniken „Signale des Dickdarms – Ursachen, Erklärungen, Abhilfe“ das Thema sein. Signale, die dabei besprochen werden sind Bauchschmerzen, Blut im Stuhl, Veränderungen des Stuhlganges, Inkontinenz sowie Verstopfung und ähnliches. Im März dreht sich das WAZ-Medizinforum im St. Josef-Hospital um „Endokrine Chirurgie“.

Dabei geht es um Operationen an hormonbildenden Organen – dazu zählen die Bauchspeicheldrüse, die Nebenniere, die Schilddrüse und die Nebenschilddrüse. Behandelt werden sowohl gut- als auch bösartige Tumoren. Dabei ist ein abgestimmtes interdisziplinäres Vorgehen von Ärzten spezieller Fachrichtungen erforderlich. Beteiligt sind Hormonspezialisten (Endokrinologen) und in endokriner Chirurgie erfahrene Mediziner sowie Onkologen.

Im Mai 2014 geht es dann im Marienhospital Buer um Lasereinsatz bei Gefäßtherapien, am 4. Juni im Elisabethhospital um „Depression – Unterschiedliche Ausprägungen der Volkskrankheit Nummer 1“.

Sibylle Raudies

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2013-09-19 17:44
Bochum Krankenhaus, Babys,Gynäkologie, Depression, Dickdarm, Medizinforum, Marienhospital, Geburt, Schwangerschaft
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