Für eine Kirche, die sich einmischt
14.12.2007 | 20:53 Uhr 2007-12-14T20:53:42+0100Trotz schmerzlicher Einschnitte bei GABS und Betreuung: Superintendent Rüdiger Höcker verteidigt beim Jahresempfang des Ev. Kirchenkreises Gelsenkirchen/Wattenscheid eine "am Welthorizont orientierte Kirche"
Von ausgelassener Feierstimmung konnte beim Jahresempfang des Ev. Kirchenkreises tatsächlich keine Rede sein. Dafür stand die Veranstaltung zu sehr im Schatten der jüngsten Ereignisse um die GABS. Die kirchliche Beschäftigungsgesellschaft hatte kürzlich Insolvenz anmelden müssen (die WAZ berichtete). Festlich war es dennoch. Dafür sorgte ein liebevoll geschmückter Saal im Gemeindehaus der Ev. Altstadtgemeinde, ein reichhaltiges Büfett und nicht zuletzt die Vielzahl hochrangiger Gäste aus Politik und Gesellschaft, unter ihnen Gelsenkirchens Oberbürgermeister Frank Baranowski, sowie Bochums Bürgermeisterin Erika Stahl. Und so kam der Superintendent in seiner Rede auch gleich auf die Ausrichtung, die er sich für eine moderne Kirche vorstellt. "Für mich ist Evangelische Kirche nur denkbar als eine auch in sozialpolitischen und bildungspolitischen Fragen engagierte Kirche." Und sparte die schwierigen Entwicklungen um die GABS keineswegs aus. "Wer mitreden will, muss sich auch mit engagieren. Das haben wir versucht." Dabei klang durchaus Selbstkritik zwischen den Zeilen mit. "Vieles ist uns gelungen - vor allem sind unsere Mitarbeiter bei der GABS bekannt für gute Arbeit.
Dennoch konnten wir es nicht verhindern, dass wir an den betriebswirtschaftlichen und marktwirtschaftlichen Herausforderungen einer guten Unternehmensführung gescheitert sind." Kirche, die sich einmische, müsse sich messen lassen an den Werten, die sie einklage. "Viele Mitarbeiter sind enttäuscht, dass wir als Kirche nicht in der Lage waren, die Krise rechtzeitig zu erkennen und ihr gegenzusteuern." OB Frank Baranowski unterstrich anschließend die gute Zusammenarbeit zwischen Stadt und Ev. Kirche gerade in diesem kritischen Jahr. "Mit GABS und der Betreuung hatten wir schwierige Themen zu bewältigen. Die Stadt wird auch im kommenden Jahr immer ein offenes Ohr haben."
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