Frei-Raum für die Kunst
11.02.2010 | 10:00 Uhr 2010-02-11T10:00:00+0100
Auch wenn Volker Bandelow von der Anspielung nichts wissen wollte – Gelsenkirchen erhält durchaus so etwas wie einen „Gasometer im Kleinen”.
„Kunst im Neuen Hans-Sachs-Haus” hieß ein Tagesordnungspunkt auf der letzten Sitzung des Kulturausschusses. Spektakulärster Punkt der Pläne: Der kunstgerechte Um- und Ausbau des 36 Meter hohen ehemaligen Hotelturmes. Der kann nur noch bis zum 5. Obergeschoss normal genutzt werden; die oberen Stockwerke fallen unter die strengen Hochhausregelungen, denen zu entsprechen viel zu aufwändig wäre. Weil aus bauordnungsrechtlicher Sicht eine permanente Nutzung des Turms nicht möglich ist, weil deshalb z.B. auch kein ständiges Museum eingerichtet werden kann, soll dort nun ein „Optionsraum für Kunst-Aktionen mit hoher Qualität und großer Außenwirkung” (Bandelow) entstehen.
Das heißt: Der Turm bleibt in seiner Rohbaustruktur samt vorhandener Treppe weitgehend erhalten; soweit statisch möglich, werden aber Deckenflächen herausgeschnitten. Zwischen 9. und 5. Geschoss entsteht so ein durchgehender vertikaler Freiraum, der künstlerisch gestaltet werden soll.
Diesen „Gasometer im Kleinen” attraktiv zu füllen ist allerdings nicht Teil der Umbau-Finanzierung des Hans-Sachs-Hauses; Möglichkeiten einer Fremdfinanzierung sollen überprüft werden. Auf jeden Fall wolle man, so Bandelow, den nur gering (frostsicher) beheizten Turm „so roh wie möglich lassen, schön werden kann er später.” Später – das heißt, wenn feststeht, welches „Kunstwerk mit Erlebnischarakter” einzieht. Gedacht ist an ein kinetisches Objekt. Vorgespräche mit Leane Schäfer, der Leiterin des Museums Gelsenkirchen, hat es bereits gegeben.
Hinsichtlich des ehemaligen Hotelturms als künftigem „Leuchtturm” kam vom stellvertretenden Ausschussvorsitzenden Albert Ude (SPD) ein „Ja, aber”. Er hoffe, dass bei der irgendwann erfolgenden Ausschreibung auch Gelsenkirchener Künstler eine Chance erhielten. Ude regte zudem an, auch das Parterre des Neuen Hans-Sachs-Hauses für die Kultur zu öffnen. Die Kunst müsse dort hingehen, wo auch das Volk sei. Bislang steht fest, dass die Ringfoyers, die sich im zweiten und dritten Obergeschoss um den Ratssaal ziehen, für Ausstellungen genutzt werden. Im 2. OG soll die Kommunale Galerie Einzug halten, die (Bandelow) „nie eine B-Ausstellung war”. Das gleichgroße Ringfoyer (ca 110 laufende Meter) um die Emporen des Ratssaales im 3. OG soll für temporäre Ausstellungen genutzt werden, wobei hier vor allem an Projekt-Ausstellungen Gelsenkirchener oder überregionaler Organisationen gedacht, eine Nutzung für Kunstzwecke aber nicht ausgeschlossen ist.
13:46
sorry denn die einst....
13:45
sorry aber unsere Stadtväter drehen sich eher im Grab um....den die einst Gelsenkirchen gebaut und bewirtschaftet haben sind längst tot....
10:36
und da wundern wir uns das kein Geld mehr da ist...
unsere Stadtväter geben es doch mit vollen Händen aus. Hans-Sachs-Haus,Schalke 04.
und an sozialen und kulturellen Einrichtungen für den Bürger wird dann halt wider eingespart.
16:39
Gelsenkirchen ist im Kunstrausch, möchte man meinen. Vom MIR über den Baranow Skytower bei THS auf Nordstern erreicht die Berichterstattung über die Kulturhighlights der Stadt nun endlich Gelsenkirchens kulturelle Großbaustelle, das Hans Sachs Haus. Die Beschreibungen, die sich Gelsenkirchens Meinungsmacher in Sachen Kultur da wieder ausgedacht haben, sind phantastisch. Von kleinem Gasometer ist da die Rede, in Anspielung an den großen Bruder in Oberhausen, der sich seit Jahren zu einem der erfolgreichsten Ausstellungsplattformen in der Region entwickelt hat. Ein Optionsraum für Kunst-Aktionen mit hoher Qualität und großer Außenwirkung schwebt dem obersten Gelsenkirchener Kulturwächter mit der vielversprechenden Durchwahl 20 10 vor, eine Chance für Gelsenkirchener Künstler sieht die SPD... Aber wer sollte das sein?
Mit der Gelsenkirchener Kunstszene ist es wie mit dem Hans Sachs Haus. Eine Fassade kann man erkennen, aber wenn man hinter diese Fassade schaut, ist irgendwie alles entkernt und abgerissen. Die Zeiten von Werner Thiel und Alfred Schmidt - als man Kunst in und aus Gelsenkirchen noch wahrgenommen hat - sind schon lange vorbei. Wahrgenommen wird soetwas, wie Kunstszene lediglich bei Veranstaltungen wie neulich der Kulturempfang. Aber auch der wirkte, von aussen betrachtet, eher wie die jährliche Tafel für Gelsenkirchender Künstler.
Die Kunst müsse dort hingehen, wo auch das Volk sei. mahnt SPD Mann Albert Ude. Angekommen ist sie dort noch lange nicht. Vielleicht, weil in Gelsenkirchen im Rahmen von Kunst, Kultur und Ruhr2010 immer nur von Politikern und Verwaltern die Rede ist, aber nie von irgendwelchen Künstlern. Vielleicht gibt es sie aber auch gar nicht wirklich in dieser Stadt.
15:07
Ein Frei-Raum ist ein Frei-Raum, ist ein Freiraum, ist ein Frei-Raum ...Und kein Optionsraum . Egal wie oft, es ändert sich nichts an dem Begriff!
Und frei heißt, so wie der Künstler will und nicht, wie man es ihm vorgibt!
11:45
nur der kleine Unterschied der Gasometer hat in Oberhausen nur 16 Mio DM gekostet unser Nachbau hat bis jetzt geschätzte (wer an die richtigen Zahlen kommt ,
kann es auch berim Lotto versuchen!) 85 Mio € gekostet!!
Also damit könnten wir ganz GE mit Gasometern zustellen!