Frauen-Union Gelsenkirchen steht für Frauenrechte ein

„Nein heißt Nein!“ – Am Internationalen Frauentag hat die Frauen-Union Gelsenkirchen über Rechte der Frauen vor dem Hans-Sachs-Haus mit Flyern und Buttons über Hilfsangebote für Frauen informiert.
„Nein heißt Nein!“ – Am Internationalen Frauentag hat die Frauen-Union Gelsenkirchen über Rechte der Frauen vor dem Hans-Sachs-Haus mit Flyern und Buttons über Hilfsangebote für Frauen informiert.
Foto: Foto: Martin Möller / Funke Fot
Was wir bereits wissen
Ein Nein heißt Nein? Am Internationalen Frauentag sah es die Frauen-Union Gelsenkirchen wichtiger denn je,Frauen über ihre Rechte aufzuklären. Hilfsangebote inklusive

Gelsenkirchen.. „Nein heißt Nein!“ – das Motto hatte sich die Gelsenkirchener Frauen-Union (FU) anlässlich des gestrigen Internationalen Frauentages auf die Fahne geschrieben. Vor dem Hans-Sachs-Haus informierten sie über die jetzige Gesetzgebung in puncto (sexualisierte) Gewalt gegen Frauen und versuchte zu sensibilisieren.

Täterschutz vor dem Opferschutz

Die Ereignisse aus der Silvesternacht in Köln und anderen Städten, stehen auch an diesem Tag beispielhaft für ein Problem in der deutschen Gesetzgebung. „Bis jetzt heißt ein klares Nein eben nicht ein Nein“, sagt CDU-Stadtverordnete und FU-Kreisvorsitzende Annelie Hensel. „Wir möchten ein Signal setzen, dass die Gesetzeslücken im Hinblick auf Sexualdelikte endlich geschlossen werden müssen.“ Dies bedeute vor allem, dass der Körper einer Frau nur ihr gehöre und niemand ihr das Recht absprechen dürfe, diesen ungefragt zu berühren und zu missbrauchen.

Dass es jetzt wieder die Vorfälle der Silvesternacht seien, die thematisiert würden, habe einen einfachen Grund. „Es musste zu einem Knall kommen, dass diese Forderungen endlich von der breiten Politik gehört werden“, sagt Christina Totzeck, Psychologin und stellvertretende Vorsitzende der FU. „Man kann in Deutschland schon zu dem Eindruck kommen, dass nach wie vor der Täterschutz vor dem Opferschutz gelte – und das darf nicht sein.“

Man stehe auch nicht nur als CDU dafür ein, es sein ein parteiübergreifendes Anliegen, dass in Deutschland die Frauenrechte endlich der Zeit entsprechend angeglichen werden. „Ich habe schon einmal von einem Richter gehört, dass er seiner Tochter im Falle eines Sexualdeliktes abraten würde, eine Anzeige zu erstatten“, sagt Christina Totzeck. „Das zeigt, wie sich Frauen erklären, beweisen, rechtfertigen müssen, wenn es darum geht „Nein!“ zu sagen.“ Und wenn sie sich wehren würden, würden sie sich einem erniedrigendem Verfahren entgegen sehen. Eine rechtlichen Situation, die dank der Silvesterereignisse neue Aufmerksamkeit bekommen habe.

Beratung über Rechte und Möglichkeiten

Drei Mädchen im jugendlichen Alter interessieren sich besonders für das Informationsmaterial der Frauen. Sie kommen gerade von der Schule, sprechen nur gebrochen Deutsch. Besonders die junge Nedra aus Syrien, ist neugierig, was es mit der Aktion auf sich hat. Als ihr erklärt wird, dass in Deutschland gerade ein Tag nur für Frauen gefeiert wird und auf Frauenrechte hingewiesen wird, nimmt sie verstohlen ein paar Informationszettel mit und lächelt.

Auch eine junge Frau aus Ghana bleibt stehen und lässt sich von den Frauen beraten und erklären, welche Rechte und Möglichkeiten sie als Frau hat. „Es heißt Internationaler Frauentag“, erklärt die junge Ghanaerin. „Bei uns in Afrika, wo die Rechte der Frauen mit Füßen getreten werden, habe ich davon noch nicht gehört.“ Beschneidungen, Vergewaltigungen und andere Gewalttaten gegen Frauen seien dort an der Tagesordnung. Vielleicht sollten sich die Frauengruppen auch mal mit diesen Frauen solidarisieren, meint die junge Afrikanerin und geht weiter.