Folk’n’Fun im Stadtgarten
02.08.2010 | 17:18 Uhr 2010-08-02T17:18:00+0200
Gelsenkirchen. Grau und wolkenverhangen zeigte sich der Himmel am Sonntag. Das hielt viele Folk-Freunde aus Gelsenkirchen und Umgebung nicht ab, dem zweiten Konzert der diesjährigen „SommerSound“-Auflage beizuwohnen.
So konnte Veranstalter Guntmar Feuerstein beim Blick in die volle Runde zufrieden feststellen: „Ich merke, wir bauen uns hier ein Stammpublikum auf.“
Der erste Künstler des Abends hieß Ralf Weihrauch, der mit seinem Akkordeon in der Folk-Szene eine ungewöhnliche Erscheinung darstellt. Rein musikalisch ein interessantes Programm, das der Dorstener präsentierte, welches neben einigen Klassikern auch Eigenkompositionen beinhaltete. Doch warum Weihrauch im Programmflyer als „begnadeter Entertainer“ beworben wurde, blieb schleierhaft. Das Publikum bedachte den Auftritt mit Höflichkeitsapplaus und wandte sich im geselligen Gespräch lieber den Wurst- und Bierständen zu.
Wie folkiges Entertainment dann tatsächlich aussehen kann, zeigten eindrucksvoll die „Broom Bezzums“. Das sympathische Quartett spielten ein mitreißendes Konzert mit gelungenen Mixtur aus tanzbaren und eher ruhigeren Stücken, gewürzt mit einer Prise wunderbar schwarzem britischen Humor. Gleich zu Beginn ließ Frontmann Mark Bloomer keinen Zweifel am Status der Band aufkommen und verwies auf den Charterfolg: „Platz 3869. In Litauen.“ Sein Mitstreiter Andrew Cadie erklärte den staunenden Gelsenkirchenern, wie im Hause „Broom Bezzums“ Songs entstehen: „Das passiert, wenn ein Folksänger zu viel Stevie Wonder hört.“ Noch Fragen?
Da das Programm der diesjährigen „SommerSound“-Reihe in Kooperation mit der Partnerstadt Newcastle entstanden ist, stellte die Band einen musikalischen und kulturellen Zusammenhang her, in dem sie in Songs wie „The Blackleg Miner“ den Bergbau besingt.
Zwei CDs gibt es bereits von den „Broom Bezzums“. Mit einem Augenzwinkern erzählt die Band, dass erst noch alle Exemplare des „beigen“ und des „gelben“ Albums verkauft werden müssen, bevor die Plattenfirma die neue Platte veröffentlichen würde. Vor der gefeierten Zugabe brüllt jemand: „Jetzt kauft doch endlich die verdammten CDs!“.
Recht hat der Mann.
22:05
Nachtrag:
Die Fotografin Cornelia Fischer hat übrigens ausgezeichnete Arbeit gemacht!
19:49
Liebe Jugend,
(ich gehe einmal ganz unverschämt davon aus, dass es sich bei ador um einen Freund des Benedikt Filthaus handelt.)
Meine, wie Sie sagen Überheblichkeit hält sich sicherlich in Grenzen, wenngleich ich mit meinen 49 Jahren sicherlich mehr Zeit mit Folk verbracht habe, als Sie beide gemeinsam.Ich möchte auch sagen, dass ich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit mehr Folk-Konzerte gehört habe, als Sie und mir daher herausnehme den Applaus beurteilen zu können.
Aber sei es drum.
Gehen wir doch mal ins Detail.
Was genau war denn besser bei Broom Bezzums, als bei R. Weihrauch?
(Nebenbei bemerkt ich schätze beide Darbietungen.)
Woran machen Sie denn den berühmten britischen Witz & Charme fest?
Abgesehen davon, dass R. Weihrauch kein Brite ist und darum auch nicht britisch sein muss,würde mich doch sehr interessieren, wie Sie diesen Allgemeinplatz definieren, dessen Sie sich da bedienen.
Und was Ihren Eindruck angeht, ich würde keine anderen Meinungen gelten lassen ...
Welche Meinung wird den vertreten? An welchen musikalisch begründbaren Punkten war denn Ihrer Meinung nach Herr Weihrauch schwach?
Offenbar hat keiner von Ihnen auch nur den Hauch einer Ahnung vom Akkordeonspiel, denn sonst könnten Sie eine Reihe von Momenten aufzählen, die Sie hätte beeindrucken müssen.
Machen Sie doch einfach mal den Test, besorgen sich sich eine CD, spielen diese einem Akkordeonspieler Ihrer Wahl vor und lauschen dem Fachmann. - Es könnte Sie in Ihrer Wahrnehmung bereichern.
Wenn ich begründete Aussagen zu einem Thema lese, kann ich ich dazu Stellung nehmen oder auch zustimmen. Ich las aber keine Meinung.
Ich las nichts von den (übrigens durchaus gekonnt humorigen) Übersetzungen der traditionellen Stücke, ich las nichts über Instrumente und deren Benutzung und ich las bei Broom Bezzums nicht einmal die durchaus bemerkenswerte Tatsache, dass diese Vier erstmalig als Quartett auf der Bühne standen. (Es handelt sich nämlich ursprünglich um ein Duo.)
Was also genau, meine lieben jungen Herren, des Schreibens selbstberufene, ist Ihre musikalische Rezension?
Was haben Sie gehört und was wissen Sie von beiden Auftritten?
Oder standen vielleicht SIE gar an der Wurstbude?
Im übrigen mache ich den Autor nicht lächerlich, das bewerkstelligt er schon ganz allein.
Wie ich sehe, hat er nun auch seine Homepage gedresche inhaltlich gelöscht. Klug von ihm.
Ich mag Bennedikt Filthaus seine Leidenschaft für Musik gar nicht absprechen.
Die Fähigkeit über ein Folkkonzert eine fachliche Meinung abzugeben, jedoch sehr wohl.
mit besten Grüßen
Leo
18:33
@ Leo Jesenska: Da ich auch zu den Besuchern des Konzerts gehörte, müsste ich gemäß Ihrer obigen Verallgemeinerung „erheblichen Spaß an beiden musikalischen Darbietungen“ gehabt haben. Zunächst einmal zeugt dies von Überheblichkeit, denn anscheinend glauben Sie, Ihre Meinung besäße allgemeine Gültigkeit oder haben Sie etwa im Anschluss an das Konzert jeden Besucher nach seiner persönlichen Meinung gefragt? Nun zum Konzert: Meiner bescheidenen (und rein subjektiven) Meinung nach war die Darbietung der Broom Bezzums deutlich besser als Weihrauchs Performance insofern, als die Band erheblich mehr Spielfreude, Authentizität und vor allem den berühmten britischen Witz & Charme ausstrahlte. Weihrauch war ihnen in all diesen Aspekten unterlegen - wie gesagt meine Meinung - auch wenn die eindeutig feststellbaren positiveren Publikumsreaktionen bei den Broom Bezzums für mich einen ähnlichen Eindruck vermittelten.
Dementsprechend kann ich der Rezension des Autors nur zustimmen! Im Übrigen erscheint mir Ihre Wortwahl völlig unangemessen und respektlos. Sie sollten lernen andere Meinungen zu akzeptieren, bevor Sie sich hier öffentlich lächerlich machen...
15:14
Liebe Leser,
danke für die offene Kritik. Ich möchte dazu natürlich gerne Stellung nehmen:
Etwa 500 Menschen hatten mit mir erheblichen Spaß an beiden musikalischen Darbietungen!
Es freut mich, wenn Sie Freude an dem Konzert hatten. Nur weise ich die Behauptung zurück, mit meiner Rezension eine Einzelmeinung darzustellen. Die Reaktionen derjenigen Zuhörer in meinem direkten Umfeld zum Auftritt des Herrn Weihrauch sprachen eine andere Sprache. Ich halte die Formulierung Höflichkeitsapplaus weiterhin für angemessen.
Das hier aufgeführte Zitat aus dem Profil meiner Bandwebseite, welches dort so schon lange nicht mehr online und außerdem schon viele Jahre alt ist, mag einen sehr negativen Eindruck hervorrufen. Es war aber schon damals ironisch und nicht im Ansatz ernst gemeint. Dass es scheinbar heute noch über 123people auffindbar ist, ist bedauerlich, aber ich versichere Ihnen, dass ich weder Menschen verachte noch auch nur im Ansatz Musikfaschist bin, sondern ein leidenschaftlicher und überaus aufgeschlossener Musikfreund.
Für weitere Fragen oder Kritik stehe ich Ihnen auch gerne per E-Mail zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen,
der Autor
13:00
Zitat B.F.: Ja, ich bin bekennender Musikfaschist und verachte Menschen. Und dich besonders. Danke für die Aufmerksamkeit!
Mit 22 Jahren erstaunlich infantil.
Gibt es keine Mindestanforderungen um für eine Zeitung schreiben zu dürfen?
12:56
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08:27
Seh ich auch so. Ich war auch da und hatte auch meinen Spaß an beiden Darbietungen.
Aber so ist es eben mit den verschiedenen Meinungen. Schade nur, dass der ************* dafür auch noch bezahlt wird.
06:33
War ich auf einem anderen Konzert?!?!? Hier wird kompletter Müll geschrieben! Etwa 500 Menschen hatten mit mir erheblichen Spaß an beiden musikalischen Darbietungen! Ich habe sowohl von Ralf Weihrauch, als auch von Broom Bezzums CDs gekauft, was ich sehr selten mache und es war ein wunderbarer musikalischer Abend mit außergewöhnlichen Stücken von der Insel. Dieser Verriß spricht lediglich dafür, dass der ************* blind und taub oder gar nicht anwesend war.