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Kanalschiff

Flott(e) voran ins neue Jahr

03.08.2010 | 19:26 Uhr
Flott(e) voran ins neue Jahr
Schiffführer Johannes Severin wird auch 2011 den Anleger im Nordsternpark ansteuern. Foto: Martin Möller

Gelsenkirchen. Die „MS Baldeney“ schippert auch im Jahr 2011 zwischen Nordsternpark und Kaisergarten Oberhausen.

Das Kulturhauptstadt-Projekt „Kanalschiff“ der Weißen Flotte Baldeney GmbH (WFB), einem kommunalen Unternehmen der Stadt Essen, war mit fast 10 000 Fahrgästen ein großer Erfolg und hat seine Nachhaltigkeits-Prüfung bestanden.

WFB, Stadtmarketing und städtische Wirtschaftsförderung zogen nach 100 Tagen (und 42 Betriebstagen) gestern positive Bilanz . WFB-Geschäftsführer Franz-Josef Ewers nannte die Zahlen „zufriedenstellend“, um im gleichen Atemzug zu präzisieren: „lohnend. Das Kanalschiff trägt sich auch unter betriebswirtschaftlichen Ge-sichtspunkten.“ Mit 100 Fahrgästen pro Tag hatte das Unternehmen kalkuliert – tatsächlich kamen im Schnitt 180. Nicht eingerechnet die über 2000 Fahrgäste in der Nacht der Industriekultur/Extraschicht. Das WFB-Schiff, be-stätigte SMG-Sprecher Josef Ehrhart, sei stark nachgefragt worden und bedeute eine enorme Bereicherung des touristischen Angebots. Seit das Schiff fahre, seien deutlich mehr Besucher in den Nordsternpark gekommen, stellte auch Frank Lamfried, Leiter der Abteilung Strukturentwicklung der Stadt, fest.

2011 sollen, so Ewers, die Auswirkungen der Leitprojekte im Kulturhauptstadtjahr überprüft werden. Zuvor wird es eine Nachbetrachtung mit den Kanal-Anrainerstädten geben; Aspekte wie Infrastruktur (Zugänge, Anleger, Ausschilderung usw.) müssen erörtert werden. Für Ewers ist „die Nutzung alter Wasserstraßen mit neuen Wegen eine Herausforderung“; ein solches Angebot vorhalten zu können gehöre auch zum Metropolencharakter. Eventuell könnte sich sogar eine Vernetzung mit anderen Kanalfahrt-Betreibern und eine Verlängerung der Strecke bis Duisburg als sinnvoll erweisen. „Wir müssen die gemeinsamen Marketing-Überlegungen vorantreiben, wir müssen als ,kommunale Familie’ eine gemeinsame Strategie für die Region entwickeln.“ Egal, unter wessen Leitung das geschehe – „Hauptsache, einer setzt sich den Hut auf.“ Zunächst aber verkehrt das Kanalschiff auch 2010 nur zwischen Nordsternpark und Kaisergarten. Ein Linienverkehr darüber hinaus, so WFB-Spracher Aleksander Farkas, sei wegen der Unwägbarkeiten der Schleuse nicht planbar. Farkas verwies auf einen Mangel in Gelsenkirchen: Es fehlt ein Zoom-Anleger. Bisher müssen die Gäste von Herne aus mit ein Shuttlebus zum Zoo gebracht werden.

Wolfgang Platzeck

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