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Musiktheater im Revier

Fernsehen, das Web und das Theater

07.09.2010 | 18:28 Uhr
Fernsehen, das Web und das Theater
Das MiR - Musiktheater im Revier. Foto: Martin Möller

Gelsenkirchen.Wenn der junge Berliner Komponist Johannes Kreidler demnächst seine erste Theaterproduktion „Feeds.Hören TV“ im MiR vorstellt, ist auch Dieter Bohlen dabei. Aber anders, als der im TV Omnipräsente es gewohnt ist - er kommt im Übrigen auch gar nicht selbst, sondern wird von einem Schauspieler gespielt - wird er hier mit Konzert, Lehre, Wissenschaft, Kunst und Musik konfrontiert.

In Koproduktion mit dem Fonds Experimentelles Musiktheater, einer gemeinsamen Initiative des NRW Kultursekretariats und der Kunststiftung NRW, hat Kreidler eine Web-TV-Show, eine Talk-Runde in fünf Teilen kreiert, die von der Kölner Kunsthochschule für Medien als Live-Stream ins Internet übertragen wird. Die vier Kameras, die das Stück aufzeichnen, werden sichtbar auf der Bühne sein und werden ins Stück integriert.

„Es ist eine Talkshow, in der es um das Hören allgemein geht, aber auch um Musik. Von der Renaissance bis zur Moderne kommen alle Medien vor“, sagt Kreidler, der auch die Konzeption und die Komposition des Abends übernahm. So verspricht er einen „hohen Anteil an elektronischen Sounds“. Er wollte ein „moderiertes Konzert als Talkshow inszenieren“. Die dort angesprochenen Themen (etwa Liebe, Sex und Technik) sind solche, die Kreidler „selber am Herzen liegen“.

Der Komponist ist gleichzeitig Schauspieler. Als TV-Moderator, als „Hörarbeiter“ führt er durch die Talkshow, dirigiert durch fünf Themen über das Hören in der Gesellschaft von heute. Einem Patienten wird der Gehörgang observiert und die musikpsychologische Beraterin von Angela Merkel packt aus. Und was entlarvt der Chor der Lügendetektoren? Teilweise hat „Feeds.Hören TV“ satirische Momente. Das Bühnenbild ist eine typische Studiolandschaft, die dazugehörige Studioband ist das Orchester.

Johannes Kreidler möchte „Interpassivität“ statt Interaktivität leisten: „Wir leisten selber Rezeptionsarbeit. Der Genuss wird ein Stück weit delegiert.“ Premiere ist am Samstag, 18. September, um 20 Uhr im Kleinen Haus. Weitere Vorstellungen: 25. Sept. 20 Uhr, 26. Sept. 18.30 Uhr.

Tobias Mühlenschulte

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