Farbenfroher Drache wacht am Spielplatz

Eine rund 25 Meter lange Wand im Bulmker Park Gelsenkirchen gestalten (v.r.) Pieter, Nathalie, Helmut, Viktor und Lukas unter Anleitung des Sprayers Knut Köhler mit einem Drachen und dem Schriftzug " Fantasie ist unendlich ".
Eine rund 25 Meter lange Wand im Bulmker Park Gelsenkirchen gestalten (v.r.) Pieter, Nathalie, Helmut, Viktor und Lukas unter Anleitung des Sprayers Knut Köhler mit einem Drachen und dem Schriftzug " Fantasie ist unendlich ".
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Die Jugendberufshilfe, das Bulmker Forum und Oberstufenschüler des Gauß-Gymnasiums machen es vor: So lässt sich mit privater Initiative im Stadtteil und auf dem kurzen Dienstweg ein Projekt umsetzen, bei dem es nur Gewinner gibt - und eine bunte Wand.

Gelsenkirchen.. Die Jugendberufshilfe, das Bulmker Forum und Oberstufenschüler des Gauß-Gymnasiums machen es vor: So lässt sich mit privater Initiative im Stadtteil und auf dem kurzen Dienstweg ein Projekt umsetzen, bei dem es nur Gewinner gibt. Die jungen Zuwanderer zeigten ihre handwerklichen Fähigkeiten, als sie 20 Meter Mauer vor 14 Tagen sanierten, die Gauß-Schüler präsentierten prominent und großformatig ihre Graffiti-Kunst und der Spielplatz im Bulmker Park ist um eine Attraktion reicher.

Das erste Spielgerät war ein Drache

Der Gelsenkirchener Graffiti-Künstler Knut Köhler betreute die Schülergruppe, die in den Ferien (!) mit Spraydosen Farbe auf die Wandfläche brachten. Das Motiv ist ein Entwurf der Schüler und des Graffiti-Künstlers und zeigt einen roten chinesischen Drachen inmitten von Blumen, Punkten, blauem Himmel und sattem Grün. Der Sohn (5) von Knut Köhler spielte Testkind. Er habe seinem Sohn den Drachenentwurf vorgelegt und gefragt, ob der Drache freundlich oder böse gucke? Der Filius fand den Drachen „nett“. Jetzt blickt er mit kugelrunden, feurigen Augen in Richtung Sandspielfläche.

Warum ein Drache? Der Spielplatz im Bulmker Park heißt „Drachenspielplatz“, benannt nach dem ersten Spielgerät, das aufgestellt wurde: ein Klettergerüst mit den Konturen eines Drachen. Auch als weitere, neue Spielgeräte dazu kamen, blieb das bunte Gestänge.

Keine Angst vor Graffiti

Sorge, dass die Graffiti-Malerei auf der Mauer von anderen Sprayern übermalt wird, hat Knut Köhler nicht. Es gebe einen Ehrenkodex, wonach kein Graffiti-Künstler dem anderen sein Werk verunstalte. „Jeder weiß, wie viel Arbeit in solch einer Malerei steckt“, so Köhler. Brigitte Lucht und Thomas Burg vom Bulmker Forum, beide Mitglied im Gebietsbeirat, setzen auf die soziale Kontrolle im Viertel. „Deshalb binden wir Menschen aus dem Stadtteil für solche Projekte ein“, sagt Birgit Lucht.

Finanziert wird das Projekt aus dem Topf Stadtteilerneuerung Südost. Aufgrund der Verzögerungen durch den Sturm Ela – der Bulmker Park war für lange Zeit gesperrt – drohten die Mittel „durch die Lappen zu gehen“, so Thomas Burg. Dabei waren die Farben – es sind spezielle Graffiti-Farben – schon gekauft. Dass es dann doch noch klappte, ist allen Beteiligten zu verdanken. Auch der Jugendberufshilfe Gelsenkirchen.

Gelsendienste schneidet Grünstreifen

Junge Zuwanderer aus Südosteuropa, die am Jugendberufshilfe-Standort Schüffler Heide auf den Beruf des Bauhelfers und Malers vorbereitet werden, sanierten freiwillig und unentgeltlich die Mauer.

Im Herbst will Gelsendienste dem Grünstreifen vor der Drachenmauer einen ordentlichen Schnitt verpassen.