Fans verglichen Annemarie Dölitzsch mit der Callas

Annemarie Dölitzsch in ihrem Element, beim Singen auf der Bühne. 34 Jahre lang setzte sie ihren schönen Sopran für das Musiktheater im Revier ein.
Annemarie Dölitzsch in ihrem Element, beim Singen auf der Bühne. 34 Jahre lang setzte sie ihren schönen Sopran für das Musiktheater im Revier ein.
Was wir bereits wissen
Im Alter von 91 Jahren ist jetzt in Berlin die Sopranistin Annemarie Dölitzsch verstorben. 34 Jahre lang lieh sie ihre schöne Stimme dem Musiktheater im Revier.

Gelsenkirchen.. Sie war der Inbegriff des schönen hohen Koloratur-Tons: Annemarie Dölitzsch, die von 1950 bis 1984 dem Ensemble des Gelsenkirchener Musiktheaters (MiR) angehörte. Ihr Vorbild war die Diva Erna Berger. Wie sie sang die Sopranistin in ihrem Fach alles das, was sie „für gut, schön und dankbar hielt“, wie sie einmal im Gespräch sagte. Die Sängerin, 1924 geboren, starb am 21. Mai in Berlin, wo sie zuletzt lebte.

Ihre Fans nannten Annemarie Dölitzsch „die Callas von Gelsenkirchen“. Einige ihrer wichtigen Partien von über 250 (!) waren: Gilda in Verdis „Rigoletto“, Manon und Mimi in den jeweiligen Puccini-Opern, Mozarts Königin der Nacht („Zauberflöte“) und Verdis „Traviata“. Im Gespräch gestand die Künstlerin, die lange nach ihrem offiziellen Ausscheiden in Gelsenkirchen wohnen blieb: „Singen ist für mich eine Art Befreiung – von den täglichen und gesellschaftlichen Zwängen, aber auch von einer geistigen Enge, der ich immer wieder begegnet bin.“

Einweihung des MiR 1959 einer der schönsten Tage der langen Bühnenkarriere

Die auch als Dozentin und Gesangspädagogin weithin geschätzte Sängerin wurde von Generalintendant Hans Meißner wenige Jahre nach Kriegsende an das Gelsenkirchener Haus verpflichtet. Die Einweihung des Ruhnau-Theaters 1959 sei für sie „einer der schönsten und bedeutsamsten Tage ihrer langen Bühnenkarriere“ gewesen, erinnerte sie sich einmal. Auch nach ihrem Ausstieg übernahm sie noch manche Partie „im wunderbaren Großen Haus“. Das Theater in der so oft gelobten Architektur sei „ein Stück Stadtleben“ gewesen, immer offen, immer imposant, aber nie protzig oder abgehoben gegenüber dem Gelsenkirchener Umfeld.

Annemarie Dölitzsch hielt bis zuletzt viele Kontakte zu ehemaligen Kollegen. Von den jungen Talenten, die sie entdeckte und förderte, war sicherlich Anne Schwanewilms „die“ herausragende Künstlerpersönlichkeit. Annemarie Dölitzsch (verheiratete Kittelmann) wird am 4. Juni in Berlin beerdigt.