Fachstelle hilft, Armut vor Ort gezielt zu bekämpfen

Bevor er die Fachstelle im Wissenschaftspark Gelsenkirchen eröffnen durfte, musste NRW-Arbeits- und Sozialminister Guntram Schneider (m.) beweisen, dass er zaubern kann. Seine kleinen Lehrmeister waren Kinder der Martinschule.
Bevor er die Fachstelle im Wissenschaftspark Gelsenkirchen eröffnen durfte, musste NRW-Arbeits- und Sozialminister Guntram Schneider (m.) beweisen, dass er zaubern kann. Seine kleinen Lehrmeister waren Kinder der Martinschule.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Armut im Quartier erkennen und gezielt bekämpfen: Dabei will die Fachstelle, die Montag im Gelsenkirchener Wissenschaftspark eröffnet wurde, Kommunen helfen.

Gelsenkirchen..  Landesarbeitsminister Guntram Schneider kam in den Wissenschaftspark an der Munscheidstraße, um hier offiziell die neue „FSA“ einzuweihen. „Aber keine Bange, das ist kein neuer Geheimdienst“, scherzte der Minister. Die neue „Fachstelle zur sozialraumorientierten Armutsbekämpfung in NRW“ will ganz öffentlich Kommunen helfen, Armut gezielt vor Ort zu bekämpfen. Mit drei Mitarbeitern und einer Million Euro, unterstützt vom Land und dem EU-Sozialfonds.

Man dürfe Armut nicht mehr nur über das Einkommen definieren, betonte Schneider. Vielmehr gebe es auch Armut in Bezug auf Kultur, Bildung und Teilhabe. In manchen Straßen liege die Wahlbeteiligung heute bei 15 bis 30 Prozent – weil die Menschen die Hoffnung aufgegeben hätten, durch politische Teilnahme ihre Situation verbessern zu können, so Schneider. Dagegen müsse etwas getan werden. Deshalb gelte es, kleinräumige Analysen in den Kommunen zu fördern, um die richtigen Bedarfe erkennen zu können. Dabei gehe es quasi um Inklusion, darum, alle Bewohner in die Quartiere zu integrieren, allen eine Lebensperspektive zu geben.

Der Rektor der Westfälischen Hochschule Gelsenkirchen, Prof. Bernd Kriegesmann, betonte in seinem Impulsvortrag, wie wichtig konkretes Handeln dabei ist. Es gehe um Innovationen und dabei gebe es oft Widerstände, die dazu führten, dass die Innovation im „müsste“-Stadium steckenbleibe. Man brauche vielmehr Taten, wie an der Martinschule an der Wanner Straße, die mit einer Kurz-Vorstellung des hauseigenen Zirkus-Projektes die Fachstelle zu eröffnen half. Dort werde konkret im Quartier geholfen, Stärken und Talente zu fördern statt nur Defizite zu benennen und sich im „Hilfeplan“ zu erschöpfen.

Dass die Fachstelle, die für alle Kommunen in NRW zuständig ist, ausgerechnet in Gelsenkirchen angesiedelt ist, hängt mit dem Sitz der NRW Projekt Soziales GmbH vor Ort zusammen, an die die Fachstelle angedockt ist.