Europaparlament im Gelsenkirchener Klassenzimmer

Schriftführer, Kommissionsvizepräsident oder Parlamentspräsident – sie alle fanden beim Planspiel an Schulpulten Platz. Wie funktioniert die EU-Gesetzgebung? Dieser Frage ging die 11. Klasse auf den Grund.
Schriftführer, Kommissionsvizepräsident oder Parlamentspräsident – sie alle fanden beim Planspiel an Schulpulten Platz. Wie funktioniert die EU-Gesetzgebung? Dieser Frage ging die 11. Klasse auf den Grund.
Foto: Michael Korte
Was wir bereits wissen
Elf Oberstufenschüler des Gauß-Gymnasiums diskutierten zwei Tage über Energie-Politik.

Gelsenkirchen.. Ein Klassenzimmer des Gauß-Gymnasiums wurde für zwei Tage zum Mini-Europaparlament. Elf Schülerinnen und Schüler des Erdkunde Leistungskurses (Q1) schlüpften in die Rolle des Parlamentspräsidenten, der Mitglieder der Europäischen Kommission, des Ministerrates oder der Presse und diskutierten tüchtig über Energie-Politik.

„Die Friedrich Ebert Stiftung, die diese Planspiele für Schulen im Ruhrgebiet organisiert, ist an uns herangetreten und ich war sofort von der Idee begeistert“, erklärt der Lehrer des Kurses, Wolfdietrich Regge.

Nach einer Einführungen wurde debattiert

Die Politikwissenschaftlerinnen Julia Thunecke (28) und Barbara Arweck (24) gaben den Schülern zunächst eine Einführung, in der auch die verschiedenen Rollen ausgelost wurden. „Viele müssen natürlich auch Meinungen vertreten für die sie selbst eigentlich nicht sind, da ist Schauspieltalent gefragt“, sagt Thunecke.

Nach der Einarbeitung in die Rollen, starteten schon die ersten Fachdebatten. Gesetzesvorschläge wurden erarbeitet, diskutiert und schließlich sollten sich alle einigen. Doch das war gar nicht so einfach.

Mehr Verständnis für Politiker

„Jetzt haben wir gemerkt wie lange so etwas dauern kann. Selbst bei elf Leuten ist es schon sehr schwer einen Kompromiss zu finden, mit dem alle zufrieden sind. Ich werde nun mehr Verständnis für die Politiker haben, wenn sie mal wieder sehr lange brauchen, um eine Einigung zu finden“, sagt Ira Gille (17).

Und eines weiß die Schülerin jetzt auch: Politikerin möchte sie nicht werden, „dass ist viel zu stressig und man muss zu viel diskutieren.“ Alexander Baumeister (17) meint: „Wir haben uns gewundert, wie viel wir eigentlich nicht wussten. Jetzt konnten wir einen verständlichen Einblick bekommen. Es hat echt Spaß gemacht.“

Lehrer erfreut über Planspiel

Lehrer Regge ist sehr zufrieden mit der Umsetzung des Planspiels und dem großen Einsatz seines Kurses: „Die Schüler lernen in kurzer Zeit viel über Europa, die Gefüge des Europaparlaments. Da wir ein Erdkundekurs sind, haben wir uns für das Thema Energiepolitik entschieden. Ein Thema, das jeden etwas angeht. Aber darüber hinaus werden auch die sozialen Kompetenzen gestärkt.

Am ersten Tag waren alle noch ganz schüchtern und jetzt diskutieren sie hier total lebendig, als würden sie es jeden Tag machen. Das finde ich toll.“ Auch im Hinblick auf die bevorstehenden mündlichen Abiturprüfungen sei das Planspiel eine gute rhetorische Übung.