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Schülertheater

Eine Zeitreise für Anfänger

02.02.2012 | 17:44 Uhr
Eine Zeitreise für Anfänger
In der bis auf den letzten Platz gefülten Schulaula führten Schüler verschiedener Jahrgänge des Schalker Gymnasiums in Gelsenkirchen am Mittwoch das Musical „Zeitreise für Anfänger auf. Foto: Martin Möller

Gelsenkirchen.  Schüler des Schalker Gymnasiums entführten ihre Zuschauer mit Schauspiel, Musik und Tanz in frühere Epochen und wurden von über 300 Besuchern in der rappelvollen Aula für ihre Auftritte bejubelt.

Dieser Abend wird noch lange Gesprächsthema Nummer eins auf dem Schulhof des Schalker Gymnasiums sein. Einen von 300 Besuchern umjubelten Auftritt feierten am Mittwoch Schüler aller Jahrgänge bei dem Musiktheaterstück „Zeitreise für Anfänger“. Fünf Monate hatten die über 60 Mitwirkenden geprobt. Die Geschichte stammt aus der Feder von zwei Oberstufenschülern.

So voll war die Aula an der Liboriusstraße schon lange nicht mehr. Eilig mussten die Schüler zusätzliche Stuhlreihen aufbauen, am Ende platzte die Halle bei der zweistündigen Inszenierungen fast aus allen Nähten. Die Neugierde darauf, was die Schauspieler, Musiker, Sänger und Tänzer auf die Bühne bringen, war im Umfeld der Schule schon seit Tagen riesig.

Stolze Eltern, Omas und Opas, tosender Applaus der Mitschüler und Lehrer, die alles mit ihrer Kamera festhielten, sorgten dann am „Tag der Wahrheit“ für ordentliches Lampenfieber. Und die Besucher wurden nicht enttäuscht: Kostüme, Licht, Videoanimationen, Schauspiel und Musik kamen beinahe profimäßig daher.

Viel Beifall für die Schülerband

Die humorvoll aufgebaute Geschichte, die von Fotini Kouneli und Daniel Klug geschrieben wurde, ist schnell erzählt: Eine Gruppe Museumsbesucher wird versehentlich eingeschlossen und in eine Zeitreise verwickelt. Immer wenn einer der Besucher eine magische Vase berührt, geht es in eine andere „Epoche“. Immer dann übernehmen die Musiker die Regie auf der Bühne.

Viel Beifall gab es für die Auftritte der achtköpfigen Schülerband, die in wechselnder Besetzung und mit verschiedenen Sängerinnen und Sängern auftrat. Mal ging es mit der Rock-Hymne „Smoke on the Water“ oder „Hotel California“ in die 70er-Jahre, beim nächsten Griff an die Vase landeten die Zuhörer bei Elvis Presley in den 50ern. Los ging die Reise mit Musik aus der Gegenwart von Robbie Williams („Let me entertain you“) sowie dem Jupiter Jones-Song „So still“. Letzterer kam so gut an, dass das Publikum am Ende eine Zugabe des Titels forderte.

Einen Ausflug in die Klassik gab es ebenfalls. Mit Querflöte und Gitarre sowie den passenden Kostümen, die das Musiktheater im Revier zur Verfügung stellte, brachten die Schüler Barockklänge in die Aula. Außerdem gab es Ballett zu der Musik aus dem Film „Fluch der Karibik“. Für viel Gelächter sorgten die modischen Stilblüten, die die Musiker und die verschiedenen Tanzgruppen präsentierten: Von der Neonleggings über Schulterpolster bis zur Hippie-Perücke war alles vertreten.

Zwei mal pro Schuljahr

Tanzeinlagen mit passenden Musikmedleys gab es zu den 80er- und 90er Jahren. Gut gelungen waren die Interpretationen der Band von Nena´s „99 Luftballons“ und Terry Jack´s „Seasons in the sun“ - natürlich alles stilecht mit passendem Bühnenbild und Kostümen. Zurück ins Hier und Jetzt kamen die Museumsbesucher genauso wie das Publikum erst nachdem die magische Vase zerbrochen wurde.

„Ich bin begeistert von der Aufführung, überwältigt vom Zuspruch des Publikums und total stolz auf die Schüler“, strahlte Lehrerin Simone Sund, die mit den Schülern die Theaterpassagen einstudiert hat, am Ende der Show. Gemeinsam mit ihrem Kollegen Andreas Schaf, der die musikalische Leitung Inne hatte, hat die Pädagogin viel Arbeit in das große Projekt gesteckt. Sund: „Zwei mal pro Schuljahr wollen wir so ein Stück bieten.“

Stolz waren am Ende auch die Schüler. „Man lernt durch so eine Arbeit auch ganz andere Facetten der Mitschüler kennen“, so Sebastian Stachorra, der am Mittwoch für den Ton auf der Bühne zuständig war und die Stufe 12 am Schalker besucht. „Bei so manchem, der heute gesungen hat, würde man das im Unterricht nie vermuten.“ Es gehöre schon viel Mut dazu, sich auf der Bühne zu präsentieren.

Patrick Schleu

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