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Eine konstruierte Diskussion

09.06.2012 | 06:00 Uhr
Die räumliche Nähe der Gesamtschule Berger Feld (im Bild links) zum Gelände des FC Schalke 04 ist wichtig. Das Bekenntnis zur Schule gibt es, die Standortfrage aber muss davon gelöst betrachtet werden. Foto: Hans Blossey

Gelsenkirchen. Die Geduld der SPD scheint vorüber. „Der Schock der Landtagswahl hat mit Verzögerung wohl die örtliche CDU aus den Dornröschenschlaf, zumindest was die Gesamtschule Berger Feld angeht, gerissen“, findet Klaus Haertel als Fraktionsvorsitzender der Sozialdemokraten klare Worte. Und fügt an: „Die CDU hat wohl einiges verpennt. Alles, was zu lesen war, sollte aufmerksamen Stadtverordneten nicht neu sein.“

Im Planungs- wie im Bildungsausschuss seien alle Themen rund um das „Tor Auf Schalke “ und Gesamtschule Berger Feld besprochen und alle auch mit Zustimmung der CDU auf den Weg gebracht worden, so Haertel weiter. Das Leitkonzept Arena-Park sei seit dem Jahr 2010 ein Thema, ebenso die Einbeziehung des Katastrophenschutzzentrums an der Adenauerallee.

Dabei geht es nicht um den FC Schalke 04 und seine Planungen, die alle gutheißen und unterstützen. Es geht im Kern – wieder einmal – um die Gesamtschule Berger Feld und was mal mit ihr geschehen wird.

Altenkamp muss informiert sein

Dass Schulleiter Georg Altenkamp informiert sein will über alle Planungen (schulische wie wirtschaftlichen) rund um den Standort seiner Einrichtung, das ist recht und billig und auch notwendig. Schließlich steht er in der Verantwortung. Erstaunt sein darf man aber über die Reaktionen in der Gelsenkirchener Politik bei diesem Thema.

Erst im März wurde groß diskutiert und von der Schulgemeinde demonstriert. Am Ende stand ein klares Ja für die Schule , die mit ihren Titeln (DFB-Eliteschule und NRW-Sportförderschule) gar nicht wegzudenken ist. Auch nicht mit Blick auf die Anmeldezahlen sowohl für die 5. Klasse als auch für die Oberstufe. Frag’ nach bei Georg Altenkamp, der kann da was erzählen.

Doch was den Standort angeht, da sollte sich jeder längst klar darüber sein, dass der auf Dauer gar nicht zu halten ist und trotz aller Bemühungen wie ein Fass ohne Boden daherkommt. Einst konzipiert für 3500 Schülerinnen und Schüler, aktuell besucht von 1350 Mädchen und Jungen, schreit er förmlich nach Veränderungen, die nur deshalb nicht schon stattfinden, weil sie keiner bezahlen kann. Stadtrat Hampe bezifferte auf Schalke den Sanierungsbedarf auf 40,5 Millionen Euro. Da kann man besser neu bauen. Diese Zahl übrigens ist nicht neu und wird in der Politik seit Monaten gehandelt.

Schüler demonstrieren

Die Diskussion, die hier also erneut anzulaufen droht, ist konstruiert und beschäftigt sich mit bekannten Inhalten. Das Bekenntnis zur Schule ist längst vorhanden.

Räumliche Nähe ist sinnvoll

Das Bündnis zwischen dem Fußball-Bundesligisten und der Gesamtschule Berger Feld ausdrücklich nicht in Frage gestellt. Die räumliche Nähe der Partner ist sinnvoll, was Schulleiter Georg Altenkamp in der WAZ konkret ausführte. Den Spielraum für einen anderen Standort gibt er mit einem Kilometer Radius an. Darauf sollten sich die Diskutanten konzentrieren, denn nur darum geht es doch nur – in einer ferneren Zukunft.

Friedhelm Pothoff



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