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Eine ganz eigene Frauenquote

03.02.2012 | 18:52 Uhr
Eine ganz eigene Frauenquote
Das Netzwerk „Frauen u(U)nternehmen e.V.“ will künftig mehr Unternehmerinnen aus Gelsenkirchen ansprechen: In der IHK in Buer informierten (v.l.) Elke Müller, Petra Pfaffinger, Peter Schnepper (IHK) und Brigitte Neukirchen. Foto: Heinrich Jung

Gelsenkirchen.Soll es für Unternehmen künftig eine gesetzlich vorgeschriebene Frauenquote geben? Während die Politik das noch heftig diskutiert, haben weibliche Führungskräfte und Unternehmerinnen im Bezirk Nord Westfalen der Industrie und Handelskammer (IHK) das Heft schon selbst in die Hand genommen und vor über zehn Jahren das Forum „Frauen u(U)nternehmen“ gegründet. „Schon jetzt stehen bei dreißig Prozent der Unternehmen in diesem IHK-Bezirk Frauen an der Spitze, und unser Verein will dafür sorgen, dass es noch mehr werden“, erklärt Petra Pfaffinger, die sich in Recklinghausen als Projektentwicklerin und Unternehmensberaterin selbstständig gemacht hat und Vorstandsmitglied von „Frauen u(U)nternehmen“ ist.

„Wir verstehen uns als Netzwerk und als Forum, in dem sich Frauen in Führungspositionen austauschen können“, sagt Pfaffinger. „Denn unsere Erfahrung hat gezeigt, dass Frauen in Führungsetagen oft sehr alleine sind auf weiter Flur. Bei uns können sie anderen Frauen in dieser Position auf Augenhöhe begegnen.“

Führungsstil und Rollenverständnis

Denn Frauen würden oft ganz anders agieren in wichtigen Positionen als Männer, hat Petra Pfaffinger beobachtet. „Wir diskutieren bei unseren Treffen viel über Führungsstil und das Rollenverständnis“, sagt sie.

„Mir hat dieser Austausch mit anderen Frauen in der gleichen Situation sehr gut getan, besonders am Anfang, als ich die Führungsrolle übernommen habe“, bestätigt Brigitte Neukirchen, die in Buer Chefin der Raumausstattung Neukirchen GmbH ist. „Ich bin immer sehr gestärkt von diesen Treffen nach Hause gegangen, weil ich gemerkt habe, dass ich kein Exot bin, sondern dass es anderen Frauen in der gleichen Situation genau so geht wie mir“, erklärt die 59-Jährige.

Um mehr Frauen aus Gelsenkirchen und Umgebung in das Netzwerk einzubinden, bietet „Frauen u(U)nternehmen e.V.“ in diesem Jahr auch erstmals Veranstaltungen in Buer an. Bislang fanden diese fast ausschließlich in Münster statt. „Vielen Frauen ist der Weg dorthin jedoch zu weit. Deshalb hoffen wir, mit einer Anlaufstelle in der Nähe einen größeren Kreis ansprechen zu können“, so Petra Pfaffinger.

Parallelen des Gehirns und des Computers

Die erste Gelegenheit besteht am Donnerstag, 1. März, um 14 Uhr, wenn die Programmiererin Lissy Götz in der IHK-Niederlassung am Rathausplatz 7 in Gelsenkirchen-Buer über die Parallelen des menschlichen Gehirns und des Computers sprechen wird. Am Mittwoch, 12. September, steht dann am gleichen Ort ebenfalls um 14 Uhr der Vortrag „Think Business“ von Melanie von Graeve auf dem Kursprogramm. „Wenn das Angebot gut angenommen wird, wird es im kommenden Jahr ausgeweitet“, sagt Petra Pfaffinger. Weitere Veranstaltungen gibt es 2012 auch in Münster, wie etwa ein Unternehmerinnenfrühstück an Weiberfastnacht und ein Sommerfest am 31. Mai.

Anne Bolsmann

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