Eine ganz besondere Erfolgsgeschichte aus Gelsenkirchen

Im Anschluss an die ganz besondere Vorlesung durften die Grundschüler der OGS Georgstraße in Gelsenkirchen ihre eigenen bunten Bälle gestalten. Sie waren mit viel Eifer dabei.
Im Anschluss an die ganz besondere Vorlesung durften die Grundschüler der OGS Georgstraße in Gelsenkirchen ihre eigenen bunten Bälle gestalten. Sie waren mit viel Eifer dabei.
Foto: WAZ
Was wir bereits wissen
Seit zehn Jahren lesen angehende Erzieher des Berufskollegs an der Königstraße in der städtischen Kinderbibliothek dem Nachwuchs Geschichten vor.

Gelsenkirchen.. „Mama, liest Du mir eine Geschichte vor?“ – wer Kinder hat, der kennt diese Frage und hört sie wahrscheinlich mehrmals am Tag. Und weil Kinder so gerne zuhören, entstand bei einer Klassenführung durch die Kinderbibliothek in Gelsenkirchen vor zehn Jahren die Idee zu einem ungewöhnlichen Projekt: Zu Gast waren damals Schüler des dualen Ausbildungsgangs „Erzieher/in und Abitur“ des Berufskollegs Königstraße, das in unmittelbarer Nähe zum Bildungszentrum an der Ebertstraße liegt.

Und weil die angehenden Erzieher schon zu Beginn ihrer Ausbildung erste praktische Erfahrungen im Umgang mit Kindern sammeln wollten und sollten, entstand die Idee, Erzählnachmittage für Kindergarten- und Grundschulkinder anzubieten. Das „Literacy“-Projekt war geboren.

Praxisnahe Ausbildung

Im Verlauf der vergangenen zehn Jahre ist daraus ein Erfolgsmodell geworden, von dem beide Seiten profitieren: Die Kinder erleben spannende Geschichten und die angehenden Erzieher erfahren, wie ihre eigens konzipierten „Angebote“ in der Praxis ankommen.

„Wir arbeiten in unserer Ausbildung ohnehin sehr praxisnah“, sagt Andrea Erkes-Blanke, die am Berufskolleg Königstraße als Didaktik-Lehrerin tätig ist und ihre Schülerinnen bei diesen Projekttagen ganz genau beobachtet – denn das Ergebnis dieser Vorlesenachmittage fließt auch in die Note für das Fach mit ein. Davon merken die jungen Besucher natürlich gar nichts. Sie erleben ganz ungezwungen eine Stunde mit Bilderbuchkino, Puppenspiel oder Märchen – und anschließend dürfen sie selber kreativ tätig werden.

So wie an diesem Nachmittag, wo die jungen angehenden Erzieherinnen Betül Ayan (20), Jasmin Saloh (29) und Miriam Benomrane (20) die Geschichte „Ein Ball für alle“ vorlesen.

"Die Geschichte war spannend"

„Das Buch habe ich mir bereits vor ein paar Monaten ausgesucht, weil ich es selbst sehr spannend finde, und weil es darin um Freundschaft und Toleranz geht“, erklärt Betül Ayan. Die Kinder der Ganztagsbetreuung an der OGS Georgstraße hören andächtig zu – und obwohl sie an diesem Tag schon mehrere Stunden Unterricht hinter sich haben, sind die Erst- und Zweitklässler dabei hoch konzentriert.

Mit viel Eifer nehmen sie anschließend auch das Angebot an, selbst einen bunten Ball aus Luftballons, Sand und vielen Schnipseln zu gestalten. „Die Geschichte war echt spannend“, schwärmt Neyla (6) und zeigt stolz ihren eigenen Ball. Simon (6) malt derweil seine Gedanken zur Geschichte auf. Und beide würden gerne noch einmal wieder kommen zum „Literacy“-Projekt.