Eine Erklärung bleibt die AfD weiterhin schuldig

Hartmut Preuß (links) und Dietmar Dillhardt (3.v.l.) auf der AfD-Wahlparty am Wahlsonntag im Mai 2014 in der Gastronomie "Zum Türmchen" an der Oststraße in Gelsenkirchen.
Hartmut Preuß (links) und Dietmar Dillhardt (3.v.l.) auf der AfD-Wahlparty am Wahlsonntag im Mai 2014 in der Gastronomie "Zum Türmchen" an der Oststraße in Gelsenkirchen.
Foto: Michael Korte
Was wir bereits wissen
Die Hintergründe um den Austritt von Hartmut Preuß aus der Ratsfraktion der Alternative für Deutschland (AfD) bleiben weiterhin unaufgeklärt.

Gelsenkirchen.. Die Hintergründe um den Austritt von Hartmut Preuß aus der Ratsfraktion der Alternative für Deutschland (AfD) bleiben weiterhin unaufgeklärt. Der Stadtverordnete selbst möchte sich zum aktuellen Zeitpunkt über seine Beweggründe öffentlich nicht äußern, während seine ehemaligen Fraktions-, aber noch Parteikollegen Martin Jansen und Dietmar Dillhardt für die WAZ nicht zu erreichen sind.

Eine Spurensuche ins Nichts auch hier: Im ehemaligen Fraktionsbüro im Hans-Sachs-Haus ist zu den angegebenen Bürozeiten das Telefon nicht besetzt. Eine Handy-Nummer, die im Ratsinformationssystem für die Mitarbeiterin und sachkundige Einwohnerin Jessica Malisch verzeichnet ist, ist laut automatischer Ansage nicht vergeben...

Ob das alles bereits an den Auswirkungen liegt, die die Rückstufung von einer Fraktion zu einer Ratsgruppe mit nur noch zwei Mitgliedern bedeutet, ist bestenfalls Spekulation – aber auch nicht völlig von der Hand zu weisen.

Zuwendungen sinken um gut 20.000 Euro

Fest steht, dass die AfD-Fraktion bisher rund 61.000 Euro pro Jahr vom Steuerzahler erhalten hat. Als Ratsgruppe erhält sie nach WAZ-Informationen jetzt gut ein Drittel weniger, aber immer noch 40.733 Euro.

Der ehemalige Vorsitzende der Ratsfraktion, Martin Jansen, hat neben seiner Stadtverordneten-Vergütung in Höhe von 347,50 Euro monatlich auch noch 875 Euro für diese Funktion erhalten. Für eine Ratsgruppe ist weder das Amt noch der Betrag vorgesehen. Das aktuelle Büro wird die AfD behalten, auch Hartmut Preuß soll einen Raum erhalten, der noch gesucht wird.

Spannend dürfte auch die Antwort auf die Frage sein, wie es innerhalb der AfD weitergeht nach dem Bundesparteitag in Essen. Der Rechtsruck durch die Wahl von Fraucke Petry zur Vorsitzenden könnte Auswirkungen bis Gelsenkirchen haben. Als Hartmut Preuß die Geschicke der AfD leitete, gab es immer wieder Gespräche und gemeinsames Abstimmungsverhalten mit der rechtspopulistischen Bewegung Pro NRW, die vom Landesvorsitzenden Marcus Pretzell kritisiert wurden; in diese Phase fiel der Wechsel an der Gelsenkirchener Fraktionsspitze: Martin Jansen löste Preuß ab, der jetzt auf Distanz geht.