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Ein Lokal im Fokus der Politik

06.06.2012 | 19:23 Uhr
Ein Lokal im Fokus der Politik
Das Haus an der Bismarckstraße/ Ecke Hauptstraße sorgt für Diskussionsstoff: Seit 2007 gab es über 70 Lebensmittelkontrollen, Ordnungswidrigkeiten und Klagen über nächtlichen Lärm.Foto: WAZ FotoPool

Gelsenkirchen.  Eine Anfrage von CDU-Fraktionschef Werner Wöll sorgte Mittwoch in der sitzung der Bezirksvertretung für eine einstündige Diskussion über die zustände im Eckhaus Bismarckstraße/Hauptstraße.

Seit 2007 mehrere Betreiber, seither locker 70 Kontrollen durch die Lebensmittelüberwachung, Ordnungswidrigkeiten – und immer wieder Klagen über nächtlichen Lärm. Vor allem aber: Immer wieder Anwohner-Ärger wegen der Müllbelästigung, die die Gegend rund ums Haus längst für Ratten interessant gemacht hat.

Ganz zu schweigen von der Optik: Das stattliche Haus an der Bismarckstraße/Ecke Hauptstraße sorgt für Diskussionsstoff. Wegen des Gaststättenbetriebs „Bizim Corbaci“ im Erdgeschoss, einer erlaubnisfreien Schankwirtschaft. Erlaubnisfrei, weil hier ausschließlich alkoholfreie Getränke zu den Speisen ausgeschänkt werden. Alkohol darf zwar verkauft, aber – ähnlich wie bei Trinkhallen – nicht vor dem Lokal verzehrt werden.

Mülltonnen in der prallen Sonne

In der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses im Mai waren die Zustände Grundlage einer Anfrage von CDU-Fraktionschef Werner Wöll. Ergebnis: Das Thema wurde an die Bezirksvertretung Mitte verwiesen – die sich in der Sitzung am Mittwochnachmittag mit dem Problem befasste. Vertreter von Ordnungsamt, Lebensmittelüberwachung, Referat Verkehr und Gelsendienste waren zur Stelle. Und zwei betroffene Nachbarn von der Hauptstraße, die Rederecht bekamen. Helmuth Burghardt berichtete: „Die Mülltonnen stehen nicht nur auf der Straße, sondern den ganzen Tag in der prallen Sonne.“

Ein Fahrzeug, mit dem sonst Holzkohle und Putzmittel transportiert würden, liefere die Waren an, darunter Fleisch. Was im gewaltig gegen den Strich geht: „Wir werden von der Verwaltung immer wieder vertröstet.“ Aber natürlich säßen die Ratten nicht im Türrahmen und würden „Hallo“ sagen, wenn das Ordnungsamt komme. Eine gefühlte Besserung der Situation hat man dagegen auf Seiten der beteiligten Verwaltungsstellen konstatiert, seit im Februar ein erneuter Besitzerwechsel im „Bizim Corbaci“ stattgefunden hat.

"Erziehung geht über Geld"

„Erziehung geht über Geld“, meinte schließlich Lothar Urban (SPD). Und zur Fleischanlieferung: „Fleisch ungekühlt am Müll vorbei ins Haus? Wenn sich die Verwaltung da nicht zum Handeln veranlasst sieht, dann weiß ich nicht ...“ Birgit Lucht (CDU) bemerkte: „Die Stadt sensibilisiert ihre Bürger, dafür zu sorgen, dass Gelsenkirchen schön und sauber bleibt. Aber umgekehrt passiert nichts.“ Ralf Hermann (BBG) fühlte sich durch die Diskussion bestätigt: „Das erzähle ich doch schon seit Monaten.“

Inge Ansahl



Kommentare
07.06.2012
22:18
Ein Lokal im Fokus der Politik
von tagesschau | #3

Hilflosigkeit und Wegschauen ...

Wie so oft.

07.06.2012
18:25
Die Bezirkungsvertretungen und ihr Paralleluniversum
von industriee | #2

Manchmal frage ich mich im Ernst in welcher Welt die leben. Z.B. wenn das Blättchen des Bürgermeisters Gill allmonatlich in den Briefkasten flattert, seine FamilienPost. Das Parteien Vereins und Frisösenparadies lässt grüssen. Mit der Welt in der ich lebe hat das absolut nix zu tun. Dazu dann der Bürgerfrust aus dem Unterleib. Immerhin erwähnt die Journalistin den Betreiberwechsel seit Februar. In dem Lokal gibt es eine beachtenswerte Küche auch bei Kleinigkeiten und sehr ausgeprägte Freundlichkeit gegenüber den Gästen. Frischer Ayran mit Schaum im Kupferbecher ist eine Schau und wohlschmeckend. Aber vielleicht ist da ja Grünspan dran oder Säurereste vom putzen? Tja dann wohl mal weiter auf der Bismarckstr. nordwärts, gefühlt etwas unfreundlicher in etwa auf einheimischen Siedlungsniveau. Aber einen Hrn. Wöll treibt es da nicht herum. Die haben Probleme.. Und sie kleben an ihren Pöstchen bis zur bakteriellen Umwandlung. Teilweise hat die wohl schon begonnen.

07.06.2012
00:01
Ein Lokal im Fokus der Politik
von Westwind | #1

Was soll nun das Geschrei? Andere Länder, andere Sitten. Wir haben die Menschen aus völlig fremden Kulturkreisen hierher geholt bzw. ihre Ansiedelung gefördert und hätten uns über diese und zahlreiche andere Konsequenzen im Klaren sein müssen...

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