Ein Jazz-Konzert für die Seele

Stefan Rademacher und Wolfgang Lackerschmid musierten im Volksbank Forum.
Stefan Rademacher und Wolfgang Lackerschmid musierten im Volksbank Forum.
Was wir bereits wissen
Das Wolfgang Lackerschmid Trio begeisterte im neuen Volksbank Forum.

Gelsenkirchen.. Die Aussicht aus der vierten Etage ist lohnenswert. Zumal die Fensterfront des neuen Volksbank Forums bis auf den Boden reicht. Da ist der Panoramablick auf den Rathausturm garantiert. Zur Konzertpremiere des modernen Multifunktionsraumes des Kreditinstitutes in Buer-Mitte hatten die Veranstalter der Reihe FineArtJazz ein Musiker-Trio eingeladen, das eher für die guten alten Qualitäten im Jazz steht.

Wolfgang Lackerschmid hat ab Ende der 1970er viele Jahre mit der US-Trompeten-Legende Chet Baker zusammengespielt. Als beide im Studio mal eine Ballade aufnahmen, kullerten bei den Anwesenden die Tränen. Chet Baker zeigte für die Rührung Verständnis. „Why shouldn´t you cry“, kommentierte er. Der Songtitel war geboren. Und auch wenn im Volksbank Forum niemand bei der Interpretation dieses Stückes weinte, berührend war diese Nummer.

Seelenfutter

Aber das Vibrafon, das Instrument des Augsburgers Wolfgang Lackerschmid, kitzelt mit seinen warmen, nachschwingenden Tönen eben Herz und Seele des Zuhörers. Der bekam an diesem Abend neben Seelenfutter vor allem viel muntere Rhythmen zu hören.

Zwei Chorinhos etwa. Diesem inzwischen längst wieder populären, meist rasend schnellen Musikstil aus Brasilien verpasst Lackerschmid in Buer noch geschickt ein paar Bebop-Phrasen.

Alles kein Problem für Bassgitarrist Stefan Rademacher und Gitarrist Paulo Morello. Beide gehen jedes Tempo mit und swingen und grooven dabei immer noch geschmeidig.

Und auch wenn die Abfolge der Soli in den einzelnen Stücken häufig ein wenig statisch wirkte – dieses Trio machte das wett mit ansteckender Spielfreude und Virtuosität. Und mit viel Spielwitz. Denn auf die genial umgesetzte Idee, Bill Withers´ R&B-Klassiker „Ain´t No Sunshine“ mit „Little Sunflower“ aus der Feder von Jazztrompeter Freddie Hubbard zu verquicken, muss man erst einmal kommen.