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Ein „Erziehungs-Camp“ für Bürger

13.02.2012 | 17:22 Uhr
Ein „Erziehungs-Camp“ für Bürger
Der Bundestagsabgeordnete Marco Buschmann ist am Sonntag als Kreisvorsitzender der FDP Gelsenkirchen wiedergewählt worden. Foto: Jan Dinter

Gelsenkirchen.Auf ihrem Kreisparteitag hat die FDP in Gelsenkirchen am Sonntag ihren Vorstand neu gewählt und über die zurzeit intensiv diskutierten Themenfelder Ladenöffnungszeiten und Nichtraucherschutzgesetz in Nordrhein-Westfalen beraten.

Die Formalien mal vorweg: Neuer und alter Kreisvorsitzender ist – erwartungsgemäß – der Bundestagsabgeordnete Marco Buschmann . „Ich freue mich riesig über dieses sozialistische Ergebnis“, kommentierte der die hundertprozentige Zustimmung der Mitglieder mit einem Augenzwinkern. 16 waren stimmberechtigt, ein paar mehr waren insgesamt anwesend.

Zur Seite stehen Buschmann künftig als Stellvertreter der Stadtverordnete Christoph Klug und die Medizin-Studentin Canan Kaya. Den geschäftsführenden Vorstand komplettieren als Schatzmeister der Steuerberater Joachim Bölting und als Schriftführerin die Rechtsanwalts- und Notarfachangestellte Anja Schick. Als Beisitzer gehören dem Vorstand der Fraktionsvorsitzende Jens Schäfer , Jura-Studentin Gülcan Kaya, Unternehmer Nils-Peder Dobratz, der Pensionär Hans-Joachim Roth und der „Juli“-Kreisvorsitzende Daniel Jahn an.

Nichtraucherschutz

Inhaltlich setzten sich die Liberalen in den Räumen der Handwerkskammer Münster an der Vom-Stein-Straße insbesondere mit den Ladenöffnungszeiten und dem Nichtraucherschutz auseinander.

„Rot-Grün möchte aus Nordrhein-Westfalen offenbar eine Besserungsanstalt für schwer erziehbare Bürger machen“, fasste Buschmann die Debatte der Liberalen am Ende zusammen. Hintergrund für diese Einschätzung, NRW sei so etwas wie ein „Erziehungs-Camp“ für Bürger, seien die vielen Regulierungsinitiativen der Landesregierung mit Blick auf die Lebensgewohnheiten der Menschen.

„Erst verbieten sie den Menschen das Rauchen in der Kneipe. Dann gehen die vor die Tür und dort verbieten sie ihnen das Reden. Dann vermeiden die Menschen den Rauch, indem sie E-Zigaretten benutzen. Die verbieten sie dann auch“, so Buschmann. Im übrigen wolle die Landesregierung jetzt auch noch den Kaufleuten engere Vorgaben machen, wann sie ihre Geschäfte öffnen dürfen.

Vier verkaufsoffene Sonntage

„Jetzt muss endlich mal Schluss sein“, vertrat Buschmann das Anliegen der Liberalen auf deutlich offenere Haltungen. „Wir sind beispielsweise für vier verkaufsoffene Sonn- und Feiertage pro Stadtbezirk im Jahr in Gelsenkirchen. Dazu gab es einen Antrag, den wir verabschiedet haben“, erläuterte Ratsherr Christoph Klug.

Was der FDP, und Klug als Gastronom speziell, zudem Sorgen bereitet, ist das sich abzeichnende totale Rauchverbot in Kneipen ab September, wenn NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens (Grüne) sich durchsetzen sollte. Klug: „Dann können die Leute eben in den Kneipen nicht mehr rauchen. Aber was ist, wenn 30 Gäste draußen stehen, rauchen und sich dabei unterhalten? Auch das muss geregelt werden, sonst gibt es nur Theater mit den Anwohnern.“

Friedhelm Pothoff

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Kommentare
16.02.2012
09:26
Abschied von christlichen Werten
von somjotien | #4

Ich finde es toll, wie sich die FDP hier von den christlichen Grundwerten, wie sie auch in der Landesverfassung NRW niedergeschrieben sind, deutlich verabschiedet, wenn sie Vorgaben zu den Ladenöffnungszeiten ablehnen.

14.02.2012
16:28
Ein „Erziehungs-Camp“ für Bürger
von tagesschau | #3

Bevormundung und Gängelei von oben nehmen mittlerweile extreme Formen an. Den Vorreiter dabei machen die Grünen in Besserwisser-Manier.

„Erst verbieten sie den Menschen das Rauchen in der Kneipe. Dann gehen die vor die Tür und dort verbieten sie ihnen das Reden. Dann vermeiden die Menschen den Rauch, indem sie E-Zigaretten benutzen. Die verbieten sie dann auch“, so Buschmann.

Da hat er Recht! So absurd läuft es bei erhöhten Diäten (SPD, CDU und Grüne im Landtag beschlossen 500,- Euro mehr im Monat!) im grün angehauchten Verbote-Staat zwecks ständiger Weltverbesserung.

Ich bin übrigens kein Freund der FDP.

14.02.2012
16:12
Muß eine Partei erst am Boden liegen um die Interessen des Volkes zu verstehen?
von Jarok | #2

@ #1 Um ihre, vermutlich eher rhetorische Frage, zu beantworten: Ja! Nennt sich auch Populismus...was ist auch sonst von einem von Natur aus opportunistischen Menschen, also einem gewöhnlichen Politiker, zu erwarten?!

Was den Inhalt des Artikels, insbesondere Buschmanns Äußerungen angeht...gut gesprochen, Cowboy! Aber nicht nur quatschen, machen!

14.02.2012
15:40
Ein „Erziehungs-Camp“ für Bürger
von Botox | #1

Guter Artikel. Gerade auch bezogen auf die E-Zigarette.
Muß eine Partei erst am Boden liegen um die Interessen des Volkes zu verstehen?

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