Ehemann freigesprochen

Heftige Straftaten warf die 28 Jahre alte Gelsenkirchenerin ihrem Mann nach drei Jahren Ehe vor. Doch die VII. Essener Strafkammer sprach den 29-jährigen Hattinger frei. Sie sah keinen Beweis für sexuellen Missbrauch und Körperverletzung.

Möglicherweise, so Richter Nils Feldhaus im Urteil, sei die Aussage der Frau ein Selbstläufer gewesen, nachdem sich aus kleinen Ereignissen die Dinge über Facebook und Gerde verstärkt hätten. Ausschließen könne die Kammer auch nicht, dass die Frau gelogen hätte.

Laut Anklage hatte der Angeklagte sie im Sommer 2014 derart geschlagen, dass ihr Lippen-Piercing zerbrach. Er soll ihr auch KO-Tropfen ins Essen gemischt haben, um sich sexuell an ihr zu vergehen.

Der Angeklagte wies das zurück. Zunächst, so sagt er, hätten sie in Hattingen gewohnt. Dort habe sie sich aber nie wohl gefühlt, deshalb seien sie Ende 2011 in ihre Heimat nach Gelsenkirchen-Schalke gezogen. Irgendwann sei die Ehe schwierig geworden.

In ihrer Aussage verstrickt sie sich in viele Widersprüche, weicht von ihrer Aussage bei der Polizei ab, erinnert angebliche Körperverletzungen nicht und schildert auch die sexuellen Handlungen wenig anschaulich. Staatsanwältin Katja Himmelskamp kann sich nach dieser Darstellung jedenfalls nicht vorstellen, „wie das gehen soll“.

Immerhin räumt die Zeugin ein, dass sie ihren Mann einmal mit zwei Liter Eistee übergossen hatte. Ob sie die Flasche noch als Waffe gegen ihren Mann einsetzen wollte, fragt Richter Feldhaus und bekommt eine wirklich ehrliche Antwort: „Nein, die war ja leer, dann hätte es nicht mehr weh getan.“ Mehrfach ermahnt Feldhaus sie zur Wahrheit, signalisiert früh, dass das Gericht auf die Aussage dieser Frau keine Verurteilung stützen werde. Auch Staatsanwältin und Verteidigerin Menne beantragen Freispruch.