Das aktuelle Wetter Gelsenkirchen 10°C
Serie: So wohnen...

Drei Studis, Küche, Bad

11.01.2012 | 18:15 Uhr
Drei Studis, Küche, Bad
Das Wohnzimmer gehört Verena (Mitte). Sie hat sich den Luxus gegönnt und das größte Zimmer gewählt, zu dem sogar ein separates Schlafzimmer gehört. Elena und Stefan geben sich mit weniger zufrieden: 13 und 20 Quadratmeter.Foto: Thomas Schmidtke

Gelsenkirchen.  Verena, Stefan und Elena haben sich ganz bewusst für eine WG entschieden. Aus Kostengründen, aber auch weil sie nicht alleine leben möchten. Eine Klischee-WG wollen sie nicht sein.

Seit vier Monaten wohnen Verena (22), Stefan (24) und Elena (19) zusammen unter einem Dach. An der Hochstraße in Buer teilen die drei Studenten sich eine Wohnung in der ersten Etage. Als Fremde waren sie zusammengezogen. Konflikte habe es bislang keine gegeben, sagt das Trio. „Wir sind keine Kuschel-WG, aber auch keine Zweck-WG“, bringt Stefan den Status Quo auf den Punkt.

„Es ist nicht so, dass wir jeden Donnerstag gemeinsam kochen oder jeden Sonntag Tatort schauen“, räumt Verena mit gängigen WG-Klischees auf. Eine „Hausordnung“ gibt es nicht. Dafür eine Einkaufsliste, damit nicht alles doppelt und dreifach eingekauft wird. Und diese Liste ist speziell: auf einen schwarz gestrichenen Wandabschnitt schreiben die WG-Bewohner mit weißer Kreide, was im Haushalt fehlt. Pasta, Bier und Wein stehen wörtlich ganz oben auf der Liste und werden auch nie weggewischt. Was dem Trio aktuell fehlt: Badreiniger.

Studentin wurde fündig in einer Online-WG-Börse

Medieninformatik-Student Stefan lebt bereits seit 2007 in der 3-Zimmer-Wohnung in der Fußgängerzone. Aus Krefeld war er damals hergezogen. Verena kommt aus Selm, Elena hat vorher in der Nähe von Rheine gewohnt. Stefan hatte seine Mitbewohnerinnen „gecastet“, bevor er ihnen den Zuschlag für die beiden frei gewordenen Zimmer erteilte. In einer Online-WG-Börse waren die JPR-Studentin und die Studentin des Chemie-Ingenieurwesens auf die Immobilie aufmerksam geworden. Seine Entscheidung – es gab auch andere Bewerber – habe er von seinem Bauchgefühl abhängig gemacht, erklärt Stefan.

„Für mich gehört das Wohnen in einer WG zum Studium einfach dazu. Ich könnte auch nicht mehr zu Hause wohnen“, sagt Verena, die ab März im 2. Semester Journalismus und Public Relations an der Fachhochschule Gelsenkirchen studiert. Sie hatte sich nach einer Ausbildung zur grafisch-technischen Assistentin und anschließender Berufstätigkeit für das Studium in Gelsenkirchen entschieden.

700 Euro Miete warm zahlen die Studenten

700 Euro Miete zahlen die drei Studenten warm, die Zimmer sind unterschiedlich groß und werden dementsprechend abgerechnet. Elena hat „schnuckelige 13 Quadratmeter. Aber da findet man zumindest alles“, lacht die BP-Auszubildende über ihr kleines Reich. Die 19-Jährige studiert dual: Ausbildung in Scholven, Studium an der Hochschule Niederrhein in Krefeld, Berufsschule in Marl, Wohnen in Buer – Pendeln deluxe.

Die WG-Wohnung befindet sich in einem Eckhaus, vom Balkon aus blickt man in die Fußgängerzone. „Man bekommt so eine Lage finanziell alleine nicht hin“, benennt Elena ihr WG-Motiv. Außerdem mag sie es nicht, wenn sie nach Hause kommt und niemand ist da.

Auch Stefan – Zimmergröße 20 Quadratmeter – schwört auf gemeinsames Wohnen. „Man lernt Leute kennen und fördert die eigenen Sozialkompetenz.“ Dann hätte er doch auch ins Studenten-Wohnheim ziehen können? „Alle Wohnheime, die ich kannte, waren schäbig.“ Das kann Verena für „Wodanien“ in Erle – dort wohnen einige Kommilitonen – zwar nicht bestätigen, aber auch die 22-Jährige entschied gegen das Wohnheim. Weil es weiter entfernt liegt. Von ihrer Wohnung bis zur FH sind es nur zwei Kilometer. Bei Kälte fahren sie und Stefan die Strecke mit dem Bus, wenn es wärmer ist mit dem Fahrrad.

Großer Andrang an der FH

 

Tobias Mühlenschulte

Facebook
 
Kommentare
Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/6236688/create

Aktuelle Fotos und Videos
40 Jahre Maritim
Bildgalerie
Hotel
Eine echte Gaudi
Bildgalerie
Schützenfest
Drachenwetter auf Consol
Bildgalerie
Himmelsstürmer
Rock Hard in Gelsenkirchen
Bildgalerie
Festival
Aus dem Ressort
Vor 2021 wird Gelsenkirchen den Haushalt nicht ausgleichen
Stärkungspakt
Von 2014 bis 2018 wird die Stadt Gelsenkirchen jährlich gut 25 Millionen Euro zusätzlich aus Düsseldorf erhalten, dem Stärkungspakt Stadtfinanzen sein Dank. Aber die Summe der Kassenkredite wird steigen, bis die Stadt es schafft, den Haushalt aus eigener Kraft auszugleichen – also nicht vor 2021.
Farfan im Visier - Einbrecherbande muss lange ins Gefängnis
Prozesse
Fleischgroßhändler und Weinlager hatten sie jahrelang leer geräumt, nun müssen sie mit karger Gefängniskost vorlieb nehmen. Das Landgericht Essen verurteilte vier Angeklagte aus Bottrop und Gelsenkirchen wegen schweren Bandendiebstahls in mehreren Fällen zu bis zu fünf Jahren und drei Monaten Haft.