Das aktuelle Wetter Gelsenkirchen 5°C
Kunstmuseum

Direktoren-Tausch für einen Tag

21.05.2012 | 17:03 Uhr
Funktionen
Kunst-Ausflug: Prof. Ferdinand Ullrich im Gelsenkirchener Museum.Foto: Martin Möller

Gelsenkirchen.  Ferdinand Ullrich von der Kunsthalle Recklinghausen war zu Gast im Kunstmuseum Gelsenkirchen. Anlass war der Internationale Museumstag 2012, der am Sonntag unter dem Titel „Welt im Wandel – Museen im Wandel“ stattfand.

Für einen Tag den Arbeitsplatz tauschen – das ist nicht etwa die Idee für eine neue Dokutainment-Serie. Am Sonntag kam Prof. Dr. Ferdinand Ullrich, Direktor der Kunsthalle Recklinghausen, ins Gelsenkirchener Kunstmuseum an der Horster Straße, um über Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen dem eigenen und dem gastgebenden Haus zu referieren. Im Gegenzug besuchte die Direktorin des buerschen Museums, Leane Schäfer, die Kunsthalle Recklinghausen.

Anlässlich des Internationalen Museumstages 2012, der am Sonntag unter dem Titel „Welt im Wandel – Museen im Wandel“ stattfand, haben sich die Kunstmuseen der Metropole Ruhr etwas ganz Besonderes einfallen lassen: Direktorinnen und Direktoren der RuhrKunstMuseen reisten unter dem Motto „Wahlverwandtschaften“ als Gast in ein Partnermuseum in der Region und präsentierten dort ihre Sichtweisen auf die Vielfalt der hiesigen Museumslandschaft.

Ein wenig Geschichte über die Häuser erzählt

„Das ist quasi heimisches Gebiet für mich“, sagte Ullrich direkt zu Beginn. „Schließlich gibt es gemeinsame Traditionen und Sammlungsschwerpunkte wie die Kinetik.“ „Bei uns gibt es vornehmlich Wechselausstellungen, die oft das ganze Haus in Anspruch nehmen“, so der Gast. „Hier in Gelsenkirchen ist die Kinetik ja bekanntermaßen in einer ständigen Ausstellung zu sehen.“

Bei sommerlichen Temperaturen versammelte sich nur eine kleine Gruppe im Kunstmuseum, die aber einem äußerst informativen Vortrag lauschen konnte. Vor dem großen „Wellenbild“ von Ansgar Skiba referierte Ullrich aber nicht nur über Gemeinsamkeiten der beiden Museen, sondern erzählte auch ein wenig über die Geschichte der Häuser.

1950 wurde Kunsthalle eröffnet

Die Kunsthalle wurde 1950 eröffnet und stark von der Künstlergruppe „junger westen“ beeinflusst. „Gerade in der Nachkriegszeit gab es einen Hunger nach Kultur und zeitgenössischer Kunst, den die Künstler stillen wollten“, erklärt der Museumsdirektor. „Es ging auch darum, Kunst, die im Dritten Reich verpönt war, zu rehabilitieren.“

Auch über zukünftige Projekte der RuhrKunstMuseen wurde gesprochen wie die geplante Publikation über Kunst im öffentlichen Raum, die noch in diesem Jahr fertig gestellt werden soll.

„Im Ruhrgebiet kann man Kunst auf hohem Niveau sehen“, meint Ullrich. Zwar könne man das Revier als (Kunst-) Metropole bezeichnen. Allerdings sei es eine Metropole der anderen Art. „Es gibt kein Zentrum, zu dem alle hinströmen und eine Peripherie. Eigentlich ist es eine dezentrale Metropole.“

Mit fundiertem Wissen beeindruckt

Bevor Ullrich durch die Gemäldesammlung führte, entstand eine lebhafte Diskussion darüber, wer sich eigentlich um die Kunst im öffentlichen Raum kümmert und ob die Presse in ausreichender Form auf Veranstaltungen wie diese aufmerksam macht. Bei der Führung beeindruckte er mit fundiertem Wissen. „Wenn man nicht immer in einem Haus unterwegs ist, freut man sich stets, manche Werke wiederzusehen“, lachte Ullrich, der sich viel Zeit nahm, um mit den Besuchern über das Gesehene zu diskutieren und einige Werke zu interpretieren.

Frisch!

 

Jessica Hellmann

Kommentare
Aus dem Ressort
„Ela“-Aufräumarbeiten im Stadtgarten Gelsenkirchen
Sturmschäden
Die städtischen Park- und Waldanlagen sind nun auf Platz eins der Prioritätenliste der Gelsendienste vorgerückt. Es gibt viel zu tun.
Amevida schüttelt in Gelsenkirchen das Tectum-Image ab
Call-Center
Der Gelsenkirchener Call-Center-Betreiber hat den Personalstamm nach der Insolvenz wieder ausgebaut. In einer Betriebsvereinbarung wurde der gültige...
Friede den Lauben im Kleingarten
Bundeskleingartengesetz
Die Umsetzung des Bundeskleingartengesetzes sorgt immer wieder für Ärger im Kleingartenverein. Spätestens bei einem Pächterwechsel müssen die Vorgaben...
In der Gelsenkirchener Alt- und Neustadt ist jeder Vierte überschuldet
Schuldenatlas
Der Schuldenatlas des Unternehmens Creditreform weist es klar aus: Die Überschuldungssituation der Verbraucher hat sich im Jahr 2014 weiter...
Bogestra muss Straßenbahnen auf Tempo 30 km/h drosseln
Technisches Problem
Wegen eines technischen Problems an den Fahrwerken fährt knapp die Hälfte des Straßenbahnen-Fuhrparks der Bogestra nur noch maximal Tempo 30.
Fotos und Videos
Was ist ein "Tacken" - Weisse Bescheid!?
Video
Ruhrgebiets-Sprache
Beatrevival im Hans Sachs Haus
Bildgalerie
Wilde Sechziger
Spalier für die Kohle
Bildgalerie
DGB Emscher-Lippe
Happy Birthday, Elvis Presley!
Bildgalerie
Sammlung
article
6680574
Direktoren-Tausch für einen Tag
Direktoren-Tausch für einen Tag
$description$
http://www.derwesten.de/staedte/gelsenkirchen/direktoren-tausch-fuer-einen-tag-id6680574.html
2012-05-21 17:03
Gelsenkirchen, Kultur, Kunstmuseum, Museumstag, Kunsthalle Recklinghausen, Dr. Ferdinand Ullrich
Gelsenkirchen