Dieter Gebhard ist am Ziel seiner Träume
16.02.2010 | 11:18 Uhr 2010-02-16T11:18:00+0100
Dieter Gebhard ist am Ziel seiner (politischen) Träume angekommen: Seit wenigen Wochen ist der Erler Vorsitzender der Landschaftsversammlung Westfalen-Lippe. Er vergleicht dieses Amt mit dem eines Oberbürgermeisters zur Zeit der kommunalen Doppelspitze. Er nimmt viele repräsentative Aufgaben wahr.
„Das habe ich schon immer machen wollen.“ Wenn Politiker so etwas sagen, heißt das häufig, dass sie sich eine neue Aufgabe schön reden. Bei Dieter Gebhard gibt es dagegen kaum Zweifel, dass er am Ziel seiner (politischen) Träume ist: Seit wenigen Wochen ist der Erler Vorsitzender der Landschaftsversammlung Westfalen-Lippe.
Die neue Koalition aus SPD, FDP und Grünen machte es möglich, dass der Erler die Gladbeckerin Maria Seifert (CDU) an der Spitze der in Münster residierenden politischen Vertretung des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) abgelöst hat. Bereits seit 1984 sitzt Gebhard im Auftrag des Rates in dem für Soziales, Kultur und die Behinderten- und Jugendhilfe zuständigen Verbandes. „Eine bewusste Entscheidung“, betont er. Als Träger der Landesjugendhilfe sei der LWL für ihn als Jugendpolitiker sehr reizvoll gewesen.
1994 wählte ihn die LWL-SPD zum Fraktions-Chef. Ein Amt, das er noch am Tag seiner Wahl zum Vorsitzenden der Landschaftsversammlung abgab. Vorsitzender des LWL-Kulturausschusses ist er jedoch geblieben.
Und was macht so ein Vorsitzender? Gebhard vergleicht dieses Amt mit dem eines Oberbürgermeisters zur Zeit der kommunalen Doppelspitze. Heißt: Er nimmt viele repräsentative Aufgaben wahr. Das hat Folgen. „Als nach meiner Wahl der Terminkalender auf den Tisch kam, wusste ich: Das ist das Ende des Privatlebens“, sagt der vierfache Vater. Die neue Aufgabenfülle erfordert zudem eine neue Abstimmung des Mathematiklehrers mit seiner Arbeitsstelle, dem Max-Planck-Gymnasium in Buer. Kürzer treten wird Gebhard künftig auf jeden Fall im SPD-Ortsverein Erle-Nord. Nach 32 Jahren als Vorsitzender will er den Stab an die Genossin Ute Libuda weitergeben.
Zurück zum LWL: Wie alle staatlichen Ebenen steht der Verband, dem neun kreisfreie Kommunen und 18 Kreise angehören, vor großen finanziellen Problemen. Die Umlage soll sich für die Städte und Gemeinden in 2010 aber nicht erhöhen. Gelsenkirchen profitiere als Ballungsraum unterm Strich vom Landschaftsverband, betont Gebhard. So habe die Stadt im Jahr 2008 52,8 Mio Euro eingezahlt, zurückgeflossen seien jedoch 88,3 Mio.
Sorgen bereitet ihm vor allem die Kostenexplosion bei den Eingliederungshilfen für Menschen mit Behinderungen. „Allein die jährliche Steigerungsrate ist so hoch wie der komplette Kulturhaushalt“, sagt er. Der Bund müsse sich stärker einbringen, fordert der SPD-Mann. An den Standards wolle er aber auf keinen Fall rütteln. Segensreiche Arbeit werde hier geleistet, sagt Gebhard und nennt als Beispiel das Sozialwerk St. Georg.
Ans Ende seiner LWL-Tätigkeit denkt er zurzeit nicht: „Ich kann mir vorstellen, das auch nach der nächsten Wahl noch zu machen.“ Bis dahin hat er einiges vor. So will er zum Beispiel einen (sozialdemokratischen) Nachfolger für den hauptamtlichen LWL-Direktor Wolfgang Kirsch (CDU) aufbauen, dessen Amtszeit 2014 ausläuft.
08:50
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07:27
Und, fallen jetzt noch mehr Mathe Stunden am MPG aus oder kommt dann ein Ersatzlehrer damit der Herr seinen anderen vielfälltigen Aufgaben nachkommen kann?!