Die Unterhaltung öffentlicher WC-Anlagen ist teuer

Die öffentliche Toilette auf dem Heinrich König Platz ist noch außer Betrieb, soll aber noch im April 2015 eröffnet werden.
Die öffentliche Toilette auf dem Heinrich König Platz ist noch außer Betrieb, soll aber noch im April 2015 eröffnet werden.
Foto: FUNKE Foto Services

Gelsenkirchen..  Die gute Nachricht vorweg: Die neue WC-Anlage auf dem Heinrich-König-Platz/Neumarkt im Zentrum wird in den nächsten Tagen frei gegeben. „Auf jeden Fall wird die Toilette im April geöffnet“, sagt Stadtsprecher Oliver Schäfer.

Die schlechte Nachricht: Der Stadt fehlt das Geld für mehr öffentliche Toiletten beziehungsweise die Erweiterung von Öffnungszeiten bei bestehenden Anlagen.

Bürger und Beiräte prangern diesen Missstand immer wieder an. Doch es gibt keine Verordnung und kein Gesetz über eine Verpflichtung für die Bereitstellung von öffentlichen Toilettenanlagen. Somit ist es immer eine freiwillige Leistung und Engagement einer Stadt oder Kommune für ihre Bürger, Besucher und Touristen.

Ein Antrag des Beirates für Menschen mit Behinderungen, die Öffnungszeiten der öffentlichen WCs im Stadtgebiet auf 22 Uhr zu erweitern, wurde abgelehnt. Ein Versuch, die Öffnungszeiten der vorhandenen Anlage auf dem ehemaligen Rotthauser Markt an die Ladenzeiten anzupassen, scheiterte. Und der Wunsch, dass es in jedem Stadtteil ein öffentliches Örtchen gibt, wird auch nicht umgesetzt.

Aktuell gibt es 27 öffentliche Toiletten im Stadtgebiet: sieben Markttoiletten (an Markttagen von 6 bis 15 Uhr geöffnet), elf Friedhofstoiletten (täglich 24 Stunden geöffnet) und neun in Verwaltungsgebäuden (während der Dienstzeiten geöffnet). Die neue Toilette am Neumarkt 1/Heinrich-König-Platz wäre die 28. Anlage. Sie wird von 8 bis 19 Uhr geöffnet sein. Private Kundentoiletten gibt es auf dem Lindenkarree und dem Wildenbruchplatz.

Öffentliche WCs sind für die Stadt zu teuer

Die Stadt hat verschiedene Möglichkeiten ausgelotet, das Angebot an öffentlichen WCs zu verbessern. Ergebnis: nicht umsetzbar, zu teuer, keine Resonanz bei Bürgern, kein Interesse bei Geschäftsleuten. Die Frage nach Drittmitteln zur Finanzierung von öffentlichen „Örtchen“ wurde abgeklopft: die „Nette Toilette“ (Gastronomen bekommen Geld von der Stadt, wenn sie ihre Klos für alle öffnen), die automatische Toilette (an einen Werbevertrag der Deutschen Städtemedien GmbH gekoppelt), in Rewe-Märkten und Gatenbröcker-Filialen (Zutritt für jedermann nicht erwünscht), Bürgertoiletten (keine Bereitschaft bei Händlern und Gastronomen).

Die einzige Erweiterungsmöglichkeit sieht die Stadt bei den Öffnungszeiten der Markttoiletten und der neuen Toilette am Neumarkt 1. Doch auch Gelsendienste, die für den Betrieb der Toilettenanlagen zuständig sind, winkt aus Kostengründen ab.

Eine Verlängerung der Öffnungszeiten der Markttoiletten bis 22 Uhr würde Kosten von jährlich bis zu 262.000 Euro bedeuten.