Die Schulen im Gelsenkirchener Süden sind ausgebucht

Auch das Fahrradfahren haben Kinder aus Zuwandererfamilien gelernt. Hier ein bild aus der Glückauf-Schule, wo 2014 ein Kurs für IFÖ-Schüler stattfand.
Auch das Fahrradfahren haben Kinder aus Zuwandererfamilien gelernt. Hier ein bild aus der Glückauf-Schule, wo 2014 ein Kurs für IFÖ-Schüler stattfand.
Foto: WAZ
Verwaltung informierte am Donnerstag im Bildungsaausschuss über die aktuelle Situation.

Gelsenkirchen.. Problematische Ausgangslage: Die Kapazität im Süden ist erschöpft, die Auslastung mit Internationalen Förderklassen (IFÖ) an der Grenze des Leistbaren, Lehrer am Limit angekommen. Wie schnell sich zudem die Lage verändert, erfuhren gestern die Mitglieder des Bildungsausschusses. Waren es laut Verwaltungsvorlage Ende Mai noch 67 IFÖ-Klassen, musste die Zahl Donnerstag bereits mündlich nachgebessert werden: 70 Klassen.

Seit dem 1. August vergangenen Jahres hat sich die Zahl der Schüler aus südost-europäischen Zuwandererfamilien von 760 auf 1191 um 55 Prozent erhöht. Und eine weitere Mammutaufgabe steht bereits ins Haus. Denn 150 bis 180 Kinder werden bald in Regelklassen überführt, 110 der Mädchen und Jungen allein im Primarbereich. „Wir wollen versuchen, das Ganze möglichst ohne Unruhe in den Klassen umzusetzen“, kündigte Bildungsdezernent Dr. Manfred Beck in der Sitzung an.

IFÖ-Klassen sind unausweichlich

Über kurz oder lang ist der Schritt, IFÖ-Klassen nördlich des Kanals einzurichten, Becks Worten zufolge unausweichlich. Er informierte die Ausschussmitglieder darüber, dass die Gemeinschaftsgrundschule Heistraße (Erle) und die Grundschule Beckeradstraße (Buer) IFÖ-Klassen nehmen würden. Aber, so, Beck: „Wir werden mit diesen beiden Standorten in einem Schuljahr nicht auskommen.“ Seine Überlegung, im Bedarfsfall sogar bis nach Scholven auszuweichen, stieß indes auf Kritik aus Reihen des SPD. Weil diese Entfernung nicht sonderlich gedeihlich für Integration sei, wenn die Schüler im Süden der Stadt wohnen. Und Barbara Filthaus (SPD) mahnte an, bei der Suche nach neuen Standorten Einrichtungen mit sozial stabilen Strukturen zu wählen.

Bewährt hat sich das aus Landesmitteln finanzierte Projekt Schulbegleiter für rumänische und bulgarische Schüler bis zur 10. Klasse, das allerdings am 31. Dezember 2015 endet. Die Verwaltung ist bemüht, zwecks Fortsetzung in ein Förderprogramm des Europäischen Sozialfonds aufgenommen zu werden.

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