Die Ruhrpoeten ziehen auf Lesereise durch ihr Revier

Till Beckmann (li.) und Georg Kentrup haben das Konzept für die Lesereise der Ruhrpoeten erarbeitet. Der Startschuss fällt im Gelsenkirchener Consol Theater.
Till Beckmann (li.) und Georg Kentrup haben das Konzept für die Lesereise der Ruhrpoeten erarbeitet. Der Startschuss fällt im Gelsenkirchener Consol Theater.
Foto: Funke Foto Services
Was macht Ruhrgebietsliteratur aus? Die Ruhrpoeten stellen die besten Texte ihres Wettbewerbs vor – an ungewöhnlichen Orten. . .

Gelsenkirchen.. Vor wenigen Monaten erschien „Dicht!?“, das offizielle Buch zum dritten Literaturwettbewerb der Ruhrpoeten. Ab der kommenden Woche kann man sich daraus vorlesen lassen, denn die Poeten gehen mit den besten Texten auf Lesereise.

Professionelle Vorleser

Der Startschuss fällt am Mittwoch, 13. Mai, um 20 Uhr im Consol Theater – weil hier einst alles begann: „Hier im Haus fanden ja die ersten gemeinsamen Treffen statt“, erklärt Georg Kentrup. Inzwischen haben die Poeten Vereinsstatus – und haben sich beim Land um Fördermittel beworben, um die literarischen Erzeugnisse aus der Region auch unter die Leute bringen zu können. „Dank dieser Förderung können wir mit dieser Lesereise an ganz unterschiedliche und spannende Orte gehen“, so Kentrup.

Zur Auftaktveranstaltung kommt die WDR-Moderatorin Sabine Brandi an die Bismarckstraße 240, im Schulterschluss mit Consol-Hauserzähler André Wülfing wird sie aus ausgewählten „Dicht!?“ Texten lesen – und auch die Autoren sind mit vor Ort: Rüdiger Schulte aus Buer wird gleich zwei seiner Texte selber vortragen.

Info: Ab Juni ziehen die Ruhrpoeten dann mit Profi-Lesern quer durchs Ruhrgebiet – von Dortmund bis nach Neukirchen-Vluyn, wo in einem leerstehenden Ladenlokal gelesen wird. „Wir freuen uns über die ungewöhnlichen Orte – und diesmal sind sogar Veranstalter auf uns zugekommen, um zu fragen, ob wir bei Ihnen lesen können“, sagt Georg Kentrup. „Das ist natürlich schon ein tolles Gefühl“, ergänzt der Bochumer Schauspieler Till Beckmann, der mit seinen Geschwistern einst die Idee zu dieser Literaturszene-Vernetzung hatte.

„Anfangs habe ich ganz wild plakatiert und Leute zum Schreiben aufgerufen. Irgendwann war das Projekt zu groß für mich – und ich war froh, als ich bei den Ruhrpoeten Gleichgesinnte gefunden habe“, sagt er. Die Lesungen sollen übrigens keine trockenen Veranstaltungen werden: „Musiker wie Peter Eisold, Uwe Frisch-Niewöhner und Achim Kämper werden die Texte musikalisch und mit Geräuschen untermalen. Es werden dann fast Hörspiele sein“, erklärt Till Beckmann, der gemeinsam mit Georg Kentrup das Konzept erarbeitet hat.

Unterschiedliche Charaktere

Kathrin Butt lenkt derweil die Koordination und Verwaltungsangelegenheiten. „Das macht unseren Verein aus, dass hier ganz unterschiedliche Menschen mit verschiedenen Qualifikationen aufeinandertreffen“, schwärmt Beckmann. Was sie eint, ist die Liebe zur Literatur.

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