Die Post in Gelsenkirchen kommt - zu 80 Prozent

Ein Bild mit Symbolcharakter. Ein Postauslieferer auf seinem völlig überladenen Fahrrad.
Ein Bild mit Symbolcharakter. Ein Postauslieferer auf seinem völlig überladenen Fahrrad.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Seit dem 8. Juni streiken Beschäfigte der Post AG. Lieferungen kommen auch in Gelsenkirchener Bezirken oft verspätet an. Nächste Verhandlung am 3. Juli.

Gelsenkirchen.. Drei Wochen dauert der unbefristete Poststreik nun schon an - Ende weiterhin ungewiss. Gefordert wird die Bezahlung nach Haustarif für rund 140.000 Mitarbeiter. Derzeit befinden sich dafür mehr als 32 000 Angestellte der Deutschen Post AG im Dauerausstand. Auch Gelsenkirchen ist mit seinen 90 Zustellbezirken von dem Arbeits-Ausstand der Beschäftigten der Post betroffen. Welche Bezirke und wie viele Angestellte in Gelsenkirchen genau beteiligt sind, möchte Postsprecher Dieter Pietruck (zuständig für das Ruhrgebiet) aus taktischen Gründen nicht weitergeben.

Nicht alle vom Streik betroffen

Fest stehe jedoch: „Auch in Gelsenkirchen kommen viele Briefe und Pakete mit erheblicher Verspätung an. Nachdem wir alle Daten ausgewertet haben, ist aber sicher, dass weiterhin etwa 80 Prozent pünktlich zugestellt werden, auch wenn sich das für die Betroffenen wahrscheinlich nicht so anfühlt.“

Denn während die Einen seit Tagen auf ein wichtiges Paket warten, bekommt der Nachbar eine Straße weiter wie gewohnt seine Post nach Hause. Wie kann das sein? „Das liegt erst einmal daran, dass nur Angestellte ihre Arbeit niedergelegt haben, Beamte dürfen nämlich gar nicht streiken. Das heißt, es ist gerade Glückssache, ob ich meine Post wie gewohnt geliefert bekomme oder eben nicht. Arbeitet ein Beamter in meinem Bezirk gibt es hier keine Probleme“, erklärt Pietruck. Abhilfe wird versucht – durch Aushilfskräfte wie Studenten oder Hausfrauen.Gerade im Bereich der Zustellung sei dies allerdings kaum machbar. „Auch Führungskräfte und Verwaltungsmitarbeiter arbeiten während des Streiks an allen Fronten mit.“

Selbst abholen auch nicht möglich

Trotzdem stapeln sich die Kisten in den Zustellstützpunkten immer weiter. Leider kann die Post aber auch hier nicht einfach selbst abgeholt werden. Denn bis ein Brief gefunden würde, müsse sich erst durch hunderte Sendungen gewühlt werden und dies sei aus Sicherheitsgründen nicht möglich.

Postsprecher Pietruck verweist bei wichtigen Sendungen auf den Expressdienst von DHL und bei Briefen auf die E-Post. „Hier hat der Streik keine Auswirkung.“

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) hat die Post AG nun aufgefordert die Verhandlungen am 3. Juli fortzusetzen. „Wir sind jederzeit für ein erneutes Gespräch bereit. Verdi ist jetzt am Ball“, sagt der Postsprecher. Beim letzten Treffen habe Verdi die Verhandlung wegen Uneinigkeit abgebrochen. „Bis zu einer zufriedenstellenden Einigung setzen wir den unbefristeten Arbeitskampf fort“, so Andrea Kocsis, stellv. Verdi-Vorsitzende.