Das aktuelle Wetter Gelsenkirchen 8°C
Musik

Die Liebesgeschichte zwischen Yves Kleins Blau und dem Musiktheater Gelsenkirchen

15.06.2012 | 19:13 Uhr
Die Liebesgeschichte zwischen Yves Kleins Blau und dem Musiktheater Gelsenkirchen
Das Gelsenkirchener Musiktheater im Revier widmet dem Künstler Yves Klein zum 50. Todestag eine Konzertreihe.Foto: Martin Möller

Gelsenkirchen.   Am Anfang war das Blau – und schon nahm die Liebesgeschichte zwischen Gelsenkirchen und dem französischen Künstler Yves Klein ihren Lauf. Zum 50. Todestag widmet das Musiktheater im Revier dem Ausnahmetalent einen regelrechten Konzertmarathon.

Hier, im Musiktheater, hinterließ der französische Künstler Yves Klein von 1957 bis 1959 mit den wandfüllenden Reliefs seine größten Werke weltweit. Schon kurz darauf, am 6. Juni 1962 verstarb der „Blaumann“ im Alter von 34 Jahren an einem Herzinfarkt. Und weil sich dieser Todestag in diesem Jahr zum 50. Mal jährt, widmet das Musiktheater im Revier dem Franzosen in diesen Tagen einen regelrechten Konzertmarathon.

Los geht es am Sonntag, 17. Juni, um 15 Uhr mit einer Aufführung ausgewählter „Song Books“ von John Cage, die in Kooperation mit dem Chorwerk Ruhr unter Leitung von Rupert Huber entstehen wird. Dabei hat man sich einen echten Experten ins Haus geholt, denn Huber hat sich seit den frühen 1980er Jahren ausgiebig mit dem Werk von John Cage auseinandergesetzt und schon diverse Konzerte dieser Art geleitet. „Hier werden sechs Solisten des Chorwerks Ruhr etwa 15 bis 20 Stationen der Song Books aufführen, zum Teil parallel zueinander. Und das sind richtige kleine Happenings, ein live gebratenes Spiegelei und die Fahrt mit einem Elektrofahrrad inklusive“, verrät Dramaturgin Anna Grundmeier im Vorfeld.

Warum man ausgerechnet Musik des amerikanischen Komponisten John Cage für die Hommage ausgewählt hat? „Beide Künstler, Cage und Klein, haben sich intensiv mit der Stille und der Leere auseinandergesetzt und hatten eine sehr spirituell orientierte Herangehensweise an ihre Werke. Deshalb passen die monochromen Bilder von Yves Klein auch so gut zu den Klangexperimenten von John Cage“, sagt Anna Grundmeier. Und damit man diese Verbindung gleich herstellen kann, wird das Konzert am Sonntag im MiR -Foyer unter den Wandreliefs von Yves Klein erklingen.

Das Foyer wird zum Konzertsaal

Ähnliches ist auch für die Fortsetzung am Samstag, 30. Juni, geplant, wenn das Chorwerk Ruhr mit Yves Kleins „Symphonie Monoton Silence“ das einzige musikalische Werk des Ausnahmekünstlers zu Gehör bringen wird. Auch hier fungiert Rupert Huber als musikalischer Leiter des Konzertes. Klein selber titulierte seine Komposition als „Schlüsselwerk“, als genau das, was er schon immer im Leben habe machen wollen. Die Symphonie ist ein Experiment mit Klang und Stille. In Gelsenkirchen wird sie kombiniert mit fünf gregorianischen Chorälen und einer geistlichen Klavierkomposition des Franzosen Eric Satie.

„Im Hintergrund werden wir an die Wand im Foyer ein Bild der Heiligen Rita von Cascia projizieren. Bei ihr erbat sich Yves Klein einst Hilfe für seinen künstlerischen Erfolg. So hat man beispielsweise Jahre nach seinem Tod einen Zettel hinter der Heiligenskulptur gefunden, auf dem er darum bat, dass sein Werk in Gelsenkirchen auf Ewig leuchten möge“, erklärt Anna Grundmeier. Zumindest dieser Wunsch hat sich bereits erfüllt, denn die Wandbilder des Musiktheaters haben bis heute nichts von ihrer Farbintensität und Anziehungskraft auf die Besucher verloren. Über dieses Lebenswerk soll vor dem Konzert am 30. Juni auch diskutiert werden. MiR-Architekt Prof. Werner Ruhnau, Rupert Huber, der Kunsthistoriker Dr. Uwe Rüth und Komponist Felix Leuschner laden dazu ab 20 Uhr ein.

Uraufführung geplant

Das Konzert beginnt im Anschluss gegen 22 Uhr.

Fortgesetzt wird die Klein-Reihe mit einem Hörstück von Felix Leuschner am Freitag, 6. Juli, das gegen 22 Uhr im Kleinen Haus unter dem Titel „Ich erinnere mich an den Himmel“ zu erleben sein wird. Und ihren Abschluss findet die Reihe am Samstag, 6. Oktober, mit der Uraufführung des Werkes „Sprung in die Leere“, das nach einem berühmten Experiment von Yves Klein benannt ist. Der zeitgenössische Komponist Felix Leuschner, den Gelsenkirchenern bereits von der „Eichbaumoper“ bekannt, zeichnet für dieses Werk verantwortlich.

Anne Bolsmann



Kommentare
Aus dem Ressort
Mobile Kita und Familienbüro sind wegweisend
Bildung
Beim Bildungsforum des Regionalverbandes wurden 22 erfolgreiche Praxis-Beispiele zur frühkindlichen Bildung vorgestellt. Ziel des Forums ist, die Bildungsarbeit im Ruhrgebiet zu stärken, indem sich die Akteure untereinander austauschen, so RVR-Sprecherin Barbara Klask.
Patinnen und Paten unterstützen die Stadt
Spielplatzpaten
Oberbürgermeister Frank Baranowski zeichnete die alten und neuen Spielplatzpaten mit Urkunden aus. Zudem gab es Eintrittskarten für die Biathlon-Veranstaltung auf Schalke im Dezember 2014. Bisher ist es der Ehrenamtsagentur gelungen, 20 neue Patinnen und Paten für die Spielplätze zu gewinnen.
Attraktive Exponate aus dem Eigenbesitz des Kunstmuseums
Mysterien
Unter dem beredten Titel „Mysterien“ zeigt das Kunstmuseum Gelsenkirchen attraktive Exponate aus dem Eigenbesitz. Ein großer Teil der Arbeiten ist auch jenseits der Öffnungszeiten in den Schaufenstern des Museums zu sehen, dann nämlich rund um die Uhr.
Kunstmuseum widmet Künstler Kubiak Einzelschau
Museum
Die Arbeiten des Düsseldorfer Künstlers Uwe Kubiak sind bis auf den letzten Millimeter genau ausgeklügelt. Ab Sonntag, 26. Oktober, widmet das Kunstmuseum dem 1955 in Aachen geborenen Künstler eine Einzelschau.
Gelsenkirchener Schleifermeister warnt vor Betrügern
Kundenärger
Im Namen des Schleifermeisters Wolfgang Schulz sind offenbar Unbekannte unterwegs, die ihre Kunden mit Mond-Preisen und schlechter Arbeit prellen. Alles begann, als der Handwerker in Gelsenkirchen vor einigen Tagen Besuch von einem Mann bekam, der ein paar seiner Firmen-Visitenkarten mitnahm...
Umfrage

Geht es nach dem Willen der nordrhein-westfälischen Sozialdemokratischen Gemeinschaft für Kommunalpolitik (SGK), dann sollen langjährige Empfänger von Hartz IV, die kaum noch Aussicht auf Rückkehr auf einen regulären Arbeitsplatz haben, als „Assistenten“ in Schulen, Kitas sowie Alt- und Pflegeheimen eingesetzt werden. Im Gegenzug werden ihre Sozialleistungen aufgestockt und künftig als „Gehalt“ gezahlt. Was halten Sie davon?

 
Fotos und Videos