Die Hoffnung auf neue Fakten bleibt

Es kommentiert: Friedhelm Pothoff.
Es kommentiert: Friedhelm Pothoff.
Foto: WAZ
Was wir bereits wissen
Mit dem Gütetermin am Donnerstag hat die arbeitsgerichtliche Aufarbeitung des Heimkinder-Skandals begonnen.

Gelsenkirchen.. Mit dem Gütetermin am Donnerstag hat die arbeitsgerichtliche Aufarbeitung des Heimkinder-Skandals begonnen, von der sich viele Menschen in Gelsenkirchen erhoffen, dass sie weitere Fakten ans Licht befördern wird.

Dieser Arbeit hat mit Thomas Frings ausgerechnet ein Hauptakteur in diesem Drama Vorschub geleistet. Nach dem Auflösungsvertrag, den die Stadt Gelsenkirchen und Alfons Wissmann zum 31. Juli geschlossen haben, scheint das überhaupt einer der letzten Hebel zu sein, die angesetzt werden können. Außer, dem Untersuchungsausschuss gelingt es, sich von parteipolitischem Geplänkel zu befreien und sachliche Aufklärungsarbeit bis hin zu Ergebnissen zu leisten. Zu spüren war davon in der ersten Sitzung: nichts.

Frings behauptet das Gegenteil

Interessant erscheint im Moment: Hatte Stadtdirektor Dr. Manfred Beck (Grüne) früh und öffentlich erklärt, er habe aus der damaligen Nebentätigkeitsbeschreibung von Ex-Jugendamtsleiter Alfons Wissmann nicht herauslesen können, was der in Ungarn plante (was hat Beck denn da genehmigt?), behauptet Frings nun im Prinzip das Gegenteil. Hier kann am Ende nur Akteneinsicht helfen. Man darf sehr gespannt sein, wie die Parteien Stadt und Frings ihre Hausaufgaben für den Kammertermin im Oktober erledigen werden.

Heimkinder-Skandal Und noch ein Arbeitsgerichtsprozess kann zur Klärung der Situation beitragen: Anja Gresch, fristlos gekündigte, ehemalige Heimleiterin von St. Josef, gegen die St. Augustinus Heime GmbH. Von dort kamen alle Kinder, die im ungarischen Pecs im Unternehmen Neustart kft, von Frings und Wissmann Ende 2004 gegründet, für viel Geld intensivpädagogisch betreut wurden. Im Gegenzug sollen die ehemaligen Jugendamtsleiter St. Josef überbelegt haben, um die Erlöse der Einrichtung zu erhöhen.

Im Hause St. Augustinus GmbH ist die öffentliche Kommunikation dazu völlig eingestellt worden. Wirtschaftsprüfer sind bestellt und recherchieren, das Landesjugendamt ebenfalls – es bleibt spannend!