Die Glasid AG ist entschuldet und saniert
03.12.2010 | 15:19 Uhr 2010-12-03T15:19:00+0100
Gelsenkirchen/Essen.Die Glasid AG ist entschuldet und saniert. Das Insolvenzverfahren wurde vom Amtsgericht Essen aufgehoben. 170 Stellen wurden gesichert, 31 Stellen gingen allerdings verloren. Besonders betroffen: der Standort Gelsenkirchen.
Aufatmen an der Uechtingstraße 19 in Gelsenkirchen. Die Glasid AG hat die drohende Pleite abgewendet. An den Standorten Gelsenkirchen und dem Hauptbetrieb in Essen konnten 170 Arbeitsplätze gesichert werden. Das Amtsgericht Essen hat das Insolvenzverfahren aufgehoben.
„Innerhalb von neun Monaten ist es der Insolvenzverwaltung und dem Vorstand gelungen, die Glasid AG zu entschulden und zu sanieren. Glasid kann nach einem Insolvenzplanverfahren in Eigenverwaltung nachhaltig durchstarten“, erklärte der vom Insolvenzgericht bestellte Essener Insolvenzanwalt Bernd Depping. Die Rettung weitgehend aus eigener Kraft in so kurzer Zeit, betont man im Unternehmen, sei eine besondere Leistung gewesen.
Die Glasid AG ist ein Produktionsunternehmen für Sicherheitsglas mit rund 20 Millionen Euro Jahresumsatz. Der Standort Gelsenkirchen wurde erst 2007 aufgebaut. Hier wollte man sich auf die Produktion von Isolierglas konzentrieren. Eine Fehlentscheidung, wie sich zeigte. Die Glasid AG geriet in wirtschaftliche Schwierigkeiten, da kurz nach der Investition in eine Fertigungsanlage „die Marktpreise für Isolierglas ins Bodenlose stürzten. Der Preisverfall war nicht absehbar“, so Depping. „Weitsicht und Umsicht hat das Management dann allerdings im Krisenmanagement bewiesen: Der Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens wurde Mitte März rechtzeitig gestellt und war gut vorbereitet. Damit wurde letztendlich der Verkauf von Vermögenswerten in einer übertragenden Sanierung verhindert und der Antrag auf Eigenverwaltung plausibel begründet.“
Insolvenzanwalt lobt „mutiges Management“
Für die Beschäftigten bedeutete das dennoch deutliche Einschnitte. 31 Stellen vornehmlich in Schalke wurden abgebaut. „Hier blieben noch rund 40 Mitarbeiter in Produktion und Verwaltung tätig“, so der kaufmännische Leiter Stephan Oelker. Sie konzentrieren sich jetzt auf die Produktion von gebogenem Glas. Oelker: „Das ist das Zukunftsprodukt für uns.“
„Der Mut des Managements, den Tatsachen unverblümt und ohne Eitelkeiten ins Auge zu schauen“, habe letztlich Vermögenswerte und Arbeitsplätze gesichert, betont Anwalt Depping. „Glasid hat seinen besicherten Insolvenzgläubigern eine hohe Quote auf deren Forderungen bezahlt, hat Mitarbeiter, Lieferanten und Kunden von seinen unternehmerischen Chancen überzeugt und ist wettbewerbsfähig aufgestellt.“
„Wir waren vor und während der Insolvenz gut beraten, haben in intensiven Monaten nochmals viel über unser Unternehmen, unsere Partner und unsere Märkte gelernt“, zieht Glasid-Vorstand Günter Damke Bilanz. Mit den Instrumenten der Insolvenzordnung sei das Unternehmen nachhaltig saniert worden. Montag ist laut Oelkers eine Betriebsversammlung geplant, ferner werden „wir Kunden und Unternehmen schriftlich informieren, dass wir das geschafft haben.“
12:05
Da kann ja wohl was nicht mit rechten Dingen zu gegangen sein. Wieviele andere Firmen sind durch euch in Konkurs gegangen???
17:09
da musste der günter wohl sienen porsche verkaufen...
19:22
Soso... Als Branchenkenner habe ich aber deutlich andere Informationen... - grübel - grübel - da fragt man sich doch wirklich ob der Artikel gegenrecherchiert wurde - und ob da nicht einfach eine Pressemeldung des Unternehmens oder ähnliches abgeschrieben wurde... Ich hoffe zumindest für alle dort angestellten Mitarbeiter das Beste