Die fetten Jahre sind vorbei: Nur 7000 Euro Überschuss

Orang-Utan Schuppi in der Zoom Erlebniswelt.
Orang-Utan Schuppi in der Zoom Erlebniswelt.
Foto: WAZ FotoPool
Stadtwerke-Geschäftsführer Ulrich Köllmann teilte der WAZ auf Nachfrage mit, dass der Überschuss aus dem Geschäftsjahr 2014 nach Steuern 7000 Euro beträgt

Gelsenkirchen.. Die Stadtwerke Gelsenkirchen sind nicht mehr das Füllhorn für alle Gelegenheiten. Geschäftsführer Ulrich Köllmann teilte der WAZ am Mittwoch auf Nachfrage mit, dass der Überschuss aus dem Geschäftsjahr 2014 nach Steuern gerade mal 7000 Euro beträgt; vor Steuern liegt das Ergebnis bei 1,079 Millionen Euro. Die Defizite der drei Verlustbringer Zoom Erlebniswelt, Sportparadies/Bäder sowie emschertainment GmbH summieren sich auf 14,3 Millionen Euro und werden durch Quersubventionierungen ausgeglichen.

Der Grund für den deutlich geringeren Überschuss liegt ursächlich im mittlerweile weniger lukrativen Kerngeschäft der Stadtwerke: der Verpachtung des Energienetzes. Über viele Jahre wurde mit diesem Geschäftsbereich ein ordentlicher Sockelbetrag eingenommen, der nicht nur half, die Defizite anderer Tochtergesellschaften zu glätten, sondern er spülte der Stadt jährlich auch noch ansehnliche Überschüsse in die Kasse. 2012 waren das 1,034 Millionen Euro, in 2013 eine gute Million Euro.

Ergebnis in Zukunft spürbar

„Nach der Neuordnung der Energieversorgung im Jahr 2013 erleben wir jetzt die ersten echten Auswirkungen der neuen Verträge. Das Ergebnis für die Netzverpachtung liegt bei 15 Millionen Euro vor Steuern, ist also rückläufig und wird es auch in Zukunft spürbar bleiben“, erläuterte Köllmann.

Die Gewinnerinnen innerhalb der Stadtwerke sind weitere zwei Tochtergesellschaften. Da wäre zum einen die Gelsenkirchener Logistik-, Hafen- und Servicegesellschaft (Gelsen-Log.) als Betreiberin des Hafens und des Best Western Hanse Hotels in Rostock-Warnemünde. Das Ergebnis vor Steuern liegt in diesem Geschäftsfeld bei 1,795 Millionen Euro. Zum anderen macht Köllmann das Geschäftsfeld „Telekommunikation und Datenkommunikation“ Freude. Gelsen-Net schloss das Geschäftsjahr 2014 mit 644.000 Euro vor Steuern ab.

Gutachten in Auftrag gegeben

Das war es dann aber auch mit den guten Nachrichten, denn der magere Jahresüberschuss 2014 von nur 7000 Euro wirft Fragen nach der künftigen Struktur einzelner Geschäftsfelder auf.

Für den Bereich Sportparadies /Bäder ist bereits ein externes Gutachten in Auftrag gegeben worden, das im Herbst vorliegen soll. Das bestätigte der Aufsichtsratsvorsitzende der Stadtwerke, Klaus Haertel, der WAZ. Über Konsequenzen mag der Fraktionsvorsitzende der Sozialdemokraten im Stadtrat nicht reden. Er sagt aber: „Wir müssen uns auch das Konzept der Veranstaltungshäuser in Gelsenkirchen im Bereich der emschertainment GmbH näher ansehen.“

Umstrukturierungen angedacht

Damit rücken zwei der drei großen Verlustbringer ins Zentrum möglicher Umstrukturierungsmaßnahmen. Denn daran lässt Haertel keinen Zweifel: „Wir müssen angesichts sinkender Einnahmen bei den Stadtwerken gegensteuern.“

Ausgenommen davon scheint die Zoom Erlebniswelt zu sein. Sie verzeichnete im vergangenen Jahr sogar steigende Besucherzahlen. Kamen im Jahr 2013 etwa 864.000 Gäste in die Anlage, kletterte diese Zahl in 2014 laut Stadtwerke auf 956 000. Allerdings gibt es einen Schönheitsfleck, der die Kasse nicht wie erhofft klingeln ließ: Viele Besucher nutzten die reduzierten Eintrittspreise in der Winterzeit und die Aktion „Zahl, was Du willst“ nach Pfingststurm Ela, um sich die Erlebniswelt anzuschauen.

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