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"Eichbaum-Oper"

Die ersten Takte stehen schon

27.02.2009 | 17:27 Uhr

Die „Eichbaum-Oper”, bei der das Musiktheater im Revier Kooperationspartner ist, nimmt Formen an.

„Die Opernmaschinerie läuft an, alle warten jetzt gespannt auf die ersten Noten.” So fasst Anna Melcher, Chefdramaturgin am Musiktheater im Revier, den aktuellen Stand des Eichbaum-Opern-Projekts zusammen. Die Besetzung stehe, nun seien die Autoren und Komponisten am Zug. Bei einem Workshop im Kleinen Haus nutzten Interessierte die Gelegenheit, den Kreativen beim Entstehen einer neuen Oper über die Schulter zu schauen.

„Wir sind vor Ort an der U-Bahn-Haltestelle Eichbaum in Mülheim auf Spurensuche gegangen, haben uns von den Gegebenheiten und vor allem von den Menschen, die täglich diese Station nutzen, inspirieren lassen”, erzählen Textdichter Reto Finger und Komponist Felix Leuschner von einem der drei verpflichteten Autorenteams. Das Libretto ist bereits fertig: Es rückt schlaglichtartig verschiedene Personen in den Fokus, darunter ein älteres Ehepaar, das jeden Abend auf dem Rückweg von der Arbeit am Eichbaum aussteigt. „Es gibt in der Mitte des Stücks ein großes Liebesduett darüber, dass er immer ihr übrig gebliebenes Pausenbrot aufisst”, verrät Reto Finger.

Komponist Felix Leuschner versucht, die Musik aus dem ungewöhnlichen Spielort heraus zu entwickeln: „Dort herrscht ein ständiges Ankommen und Weggehen. Deshalb setze ich ein ständiges Lauter- und Leiserwerden als grundlegendes Formprinzip der Musik ein.” Er arbeitet mit verschiedenen Zeitebenen, die sich überlagern. „Eigentlich beginne ich immer mit rhythmischen Ideen”, so Leuschner. „Ich arbeite auch mit seriellen Prinzipien und Zwölftonreihen, aber nicht ganz streng.”

Die ersten Probeneinheiten mit Sopranistin Noriko Ogawa-Yatake geraten zu einer vorsichtigen Annäherung an das Material: Die Eröffnungs-Takte der Oper werden bis ins kleinste Detail erarbeitet. Der Komponist ist erst zufrieden, wenn die Interpretin sämtliche Nuancen, Vibratos und Vierteltonschritte berücksichtigt hat. Die ersten Minuten des neuen Werks sind fertig komponiert, für die restlichen Szenen existieren Ideen und Materialsammlungen. Werden die Stücke rechtzeitig fertig? „Ich bin da absolut zuversichtlich”, sagt Anna Melcher.

Mario Stork

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