Die CDU Gelsenkirchen erfindet sich neu

Lange Gesichter am Wahlsonntag im Mai. Die CDU zählte zu den Verlierern – man sieht es Parteichef MdB Oliver Wittke (l.), OB-Kandidat Werner Wöll (Mitte) und Wolfgang Heinberg (r.) an.
Lange Gesichter am Wahlsonntag im Mai. Die CDU zählte zu den Verlierern – man sieht es Parteichef MdB Oliver Wittke (l.), OB-Kandidat Werner Wöll (Mitte) und Wolfgang Heinberg (r.) an.
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Was wir bereits wissen
Die CDU Gelsenkirchen muss sich in Teilen neu erfinden. Das ist wohl das Fazit, das am Ende des Jahres 2014 und mit Blick auf die Wahlniederlage aus Mai gezogen werden muss.

Gelsenkirchen.. Die CDU Gelsenkirchen muss sich in Teilen neu erfinden. Das ist wohl das Fazit, das am Ende des Jahres 2014 und mit Blick auf die Wahlniederlage aus Mai gezogen werden muss. Die Christdemokraten haben dies personell in einer Weise getan, die sicherlich nicht jedem schmeckte innerhalb des eigenen Lagers, doch der Kreisvorsitzende und Bundestagsabgeordnete Oliver Wittke, zweifelsfrei Vordenker und Lenker an dieser Stelle, versprach sich von dieser strategischen Maßnahme den größten Effekt.

Abgesehen von den Personal-Rochaden, von denen vornehmlich Werner Wöll, Wolfgang Heinberg, Klaus Hermandung, Markus Kahl, Sascha Kurth und Christina Totzeck auf die eine oder andere Weise betroffen waren, steht die „neue“ CDU vor allem auch für einen viel diskutierten inhaltlichen Neubeginn. Wittke und Heinberg als Fraktionsvorsitzender kündigten im Mai an, einen klaren Kurs steuern und an dessen Festlegung die gesamte CDU Gelsenkirchen beteiligen zu wollen – was wenige Zeit später per Satzungsänderung auch so umgesetzt wurde.

Deutliche Leitplanken

Was intern zwar mit deutlichen Leitplanken versehen worden ist, kommt bei anderen Parteien im Stadtrat seither jedoch nur bedingt gut an. Etwa das Verhalten in Haushaltsfragen, in denen die CDU-Fraktion aus Sicht von SPD, Bündnisgrünen und FDP den bisherigen Weg der Gemeinsamkeit, den Gelsenkirchen Konsens, verlassen hat.

Diesen Schritt gingen die Christdemokraten auch mit der Absicht, sich ein eigenes Profil zuzulegen und es in den kommenden Monaten und Jahren bis zur nächsten Wahl im Jahr 2020 so zu schärfen, dass sie nicht länger als ein Anhängsel der SPD, sondern als eine eigenständig arbeitende politische Alternative betrachtet werden.

Wittke und Heinberg kündigten bereits im Mai an, dass dieser Weg ein sehr steiniger werden würde. Damit haben die beiden richtig gelegen. Er scheint aber, abgesehen von allen Betrachtungen der politischen Gegner, alternativlos für die Gelsenkirchener CDU zu sein.