Der Tote im Krimi trägt eine Hundemaske

Der Gelsenkirchener Autor Ralf Weißkamp mit seinem Roman „Schützenmaske“.
Der Gelsenkirchener Autor Ralf Weißkamp mit seinem Roman „Schützenmaske“.
Foto: WAZ
Was wir bereits wissen
Der Gelsenkirchener Autor Ralf Weißkamp setzt sich in seinem Erstling „Schützenmaske“ auf die Fährte eines skurrilen Mordes.

Gelsenkirchen.. Newcomer-Autor Ralf Weißkamp kommt flott zur Sache: Die Leiche seines Ruhrpott-Krimis liegt schon auf der ersten Seite spektakulär hergerichtet bereit und wartet auf die Suche nach dem Mörder. „Schützenmaske“ heißt das Erstlingswerk des 53-jährigen gebürtigen Gelsenkircheners und Wahl-Iserlohners, das er im Verlag Oldigor vorgelegt hat.

Ein Jogger entdeckt den Toten im Gebüsch gleich in der Nähe des Ückendorfer Platzes. Die Leiche trägt eine bizarre, lederne Hundemaske im Gesicht. „Personen und Handlung des Krimis sind frei erfunden, so manchen beschriebenen Ort aber“, verspricht der Autor, „den findet man in der Realität tatsächlich wieder.“ Weil Weißkamp ein echtes Kind des Reviers ist, seine Verwandtschaft weiterhin in Gelsenkirchen lebt, er aber seit 1996 der Liebe wegen in Iserlohn zu Hause ist, siedelt er seinen Roman gleich in beiden Städten an. Sauerland und Revier, Schützenverein und Kumpelromantik, alles in Harmonie vereint.

Regionaler Krimi mit Wiedererkennbarkeit

Bei der Polizei am Zentralbad geht ein Anruf ein: „Da liegt ein toter Hund im Ückendorfer Park!“ Der entpuppt sich als Maskenmann, über den der frustrierte Dozent und leidenschaftliche Hobby-Detektiv Robert Werner gestolpert war. Mit ihm zusammen macht sich der Leser nun auf Mördersuche. War es überhaupt Mord? Ist der Mann Opfer seiner sexuellen Vorlieben geworden? Fragen über Fragen.

Autor Weißkamps Roman lebt wie alle regionalen Krimis von der Wiedererkennbarkeit der Orte. Ob Bochumer oder Ückendorfer Straße, ob Zechensiedlung, Zeche Holland-Gelände oder Hans-Sachs-Haus, der Gelsenkirchener Leser fühlt sich schnell zu Hause.

Über lederne Hundemasken

Das Schreiben empfindet Weiß als echte Berufung. Nach dem Studium von Sozialwissenschaften, Germanistik und Philosophie arbeitete er lange als freiberuflicher Journalist, ließ sich zum Info-Grafiker ausbilden, betreibt ein eigenes Journalistenbüro und arbeitet halbtags als Job-Coach bei einem Bildungsträger. Erfahrungen, die auch in den Roman einfließen.

Auf die lederne Hundemaske stieß er durch Zufall beim Surfen im Internet. Und fragte sich: „Wer braucht so etwas und wofür?“ Seine Recherche ergab, dass ganz normale Bürger ihre sexuellen Vorlieben damit ausleben. Als Synonym für Alltagsnormalität gelten dem Wahl-Sauerländer Schützenvereine: „So entstanden Idee und Titel.“ Die Kapitel sind zumeist kurz, lesen sich süffig weg, die Sprache klingt betont locker-leger. Wen ein skurriles Ermittlertrio am Ende als Mörder ausmacht, bleibt natürlich eine Überraschung.