Der Polizei würde mehr Transparenz helfen

Es kommentiert: Friedhelm Pothoff.
Es kommentiert: Friedhelm Pothoff.
Foto: Bernd Lauter
Was wir bereits wissen
Polizist zu sein, ist nicht einfach. Der Berufsstand „Freund und Helfer“ hat in den letzten Jahren durch ein verändertes Verhalten in der Gesellschaft mit einem zum Teil rasanten Respektverlust zu kämpfen.

Gelsenkirchen.. Polizist zu sein, ist nicht einfach. Der Berufsstand „Freund und Helfer“ hat in den letzten Jahren durch ein verändertes Verhalten in der Gesellschaft mit einem zum Teil rasanten Respektverlust zu kämpfen. Das ist an und für sich schon nicht akzeptabel, denn umgekehrt möchte auch niemand so behandelt werden. Es gibt aber noch eine Steigerung. Die äußert sich in einer besonderen Form der Gewaltbereitschaft gegenüber Polizisten, die sich im Dienst befinden.

Die öffentliche Diskussion über Polizei im Einsatz entzündet sich häufig nach Einsätzen mit schwierigen Lagen. Das war so in Bismarck, als ein gewalttätiger Mann, nachdem er seine Freundin geschlagen hatte, einen Brand in der Wohnung legte. Er starb Tage später in einem Krankenhaus vermeintlich an den Folgen eines Abwehr-Schlages, den ein Beamter zum Eigenschutz anwandte. Ob es so war, ist offen.

Das war jüngst auch in Rotthausen so, als sich jemand umbringen wollte und die Spezialeinsatzkräfte einen Menschen antrafen, der eine Waffe in der Hand hielt und sie auf einen Polizisten richtete. Konnte der wissen, in dem Stress erkennen, dass es sich um eine Schreckschusspistole handelte? Er schoss, um sich zu verteidigen.

Spärlich vorhandene Transparenz

Warum glauben wir den Ausführungen der Polizisten selten sofort? Worin begründet sich das Misstrauen?

Es liegt wohl auch an der nur spärlich vorhandenen Transparenz, wenn es um die Aufklärung geht. Es liegt am Informationsfilter, den Staatsanwaltschaften installieren (müssen), weil es die Untersuchungen erforderlich machen. Es liegt daran, dass es viele offene Fragen gibt, die nur selten zeitnah beantwortet werden (können), um die Öffentlichkeit zu informieren. Dem gegenüber ist die Auskunftsfreude der Präsidien beschnitten, selbst wenn sie aufklärend wäre.

Was dem „Freund und Helfer“ fehlt, ist parallel zur Aufklärung ein Maß an nachvollziehbarer Transparenz beim Informationsfluss. Dieses Manko schürt Misstrauen.