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SPD-Empfang

Der OB hat einen Traum

24.01.2010 | 19:41 Uhr

Mit rund 150 Gästen aus Partei, Politik und Gesellschaft feierte die SPD am Samstag in der Emscher-Werkstatt des Sozialwerks St. Georg ihren Neujahrsempfang. In Reden und Talk-Runden standen vor allem der Landtagswahlkampf und die kommunalen Finanzen im Fokus.

SPD-Talk: OB Frank Baranowski (li.) im Gespräch mit Moderator und Ex-MdL Hans Frey. Foto: Martin Möller

Ein OB verrät seinen persönlichen Traum, Kandidaten mutieren zu Statisten, Gäste vergessen ihre gute Kinderstube - diese Randereignisse waren beim SPD-Neujahrsempfang in der Emscher-Werkstatt des Sozialwerks St. Georg zu beobachten. Doch im Mittelpunkt stand vor 200 Gästen natürlich die Politik.

So läuteten die „alten und neuen Landtagsabgeordneten” (Moderater Frey) Heike Gebhard und Markus Töns mit Attacken auf Rüttgers & Co. den Wahlkampf für die Landtagswahl am 9. Mai ein. Einen „Raubzug durch die kommunalen Finanzen” warf Töns der Landesregierung vor. Ein Thema, das auch Frank Baranowski umtrieb. Die Finanzlage sei das „bedrückendste Problem”, sagte der OB – und verriet den Zuhörern seinen Traum: Neben dem Bundesrat müsste es eine zweite Kammer für Kommunen geben, in der nichts gegen die Städte beschlossen werden könne. Baranowski betonte ungefragt auch noch einmal, über die volle Amtszeit in Gelsenkirchen bleiben zu wollen.

Apropos Amtszeit: „Bock oder Bammel?” Vor diese Entscheidung stellte Frey die designierte Parteichefin Heike Gebhard bei der Frage nach ihrem Gefühl zu der im März anstehenden Vorstands-Wahl. „Bock” war (natürlich) die Antwort. Und sonst? Noch-Vorsitzender Dietmar Dieckmann betonte, dass er stolz darauf sei, fünf Jahre an der SPD-Spitze gestanden zu haben. Und Markus Töns philosophierte darüber, ob es nun gut oder schlecht für die Wahlaussichten der SPD in NRW wäre, wenn Schalke 24 Stunden vor der Landtagswahl am letzten Spieltag die Schale holen würde (diese Aussage fiel vor dem Bochum-Spiel).

Die frühere Stadtverordnete Nina Schadt (re.) stellte beim Neujahrsempfang die Kandidaten der SPD zur Integrationsratswahl am 7. Februar vor. An der Spitze der Liste steht Nadia Aboulwafi (li.). Foto: Martin Möller

Dann war da ja noch die Sache mit der Kinderstube und den Kandidaten. Zur Kinderstube: Die Reden und Talkrunden ließen einige Gäste kalt - sie plauderten im hinteren Saal-Bereich munter vor sich hin und störten erheblich. Zu Punkt 2: Die Ex-Stadtverordnete Nina Schadt stellte auf dem Podium die jungen Kandidaten der SPD-Liste für die Integrationsratswahl vor. Während die Partei-Promis ausführlich zu Wort kamen, durften diese Kandidaten aber nicht mal einen Satz sagen.

Splitter vom SPD-Empfang

Premiere: Erstmals nutzte die SPD die Emscher-Werkstatt von St. Georg für eine Veranstaltung - und war hochzufrieden mit der Örtlichkeit. Fortsetzung folgt?

Pluspunkt: Sein Talent als Moderator ließ Ex-MdL Hans Frey in den Talkrunden aufblitzen. So gab er zum Beispiel MdL Markus Töns drei Kategorien für dessen bisherige Bilanz im Landtag vor: „Gut”, „mittel” oder „weiß nicht”. Außerdem bügelte er diplomatisch einen Patzer von SPD-Chef Dieckmann aus, der es versäumt hatte, Ex-MdL Ellen Werthmann zu begrüßen.

Prominenz: Zu den prominenten Gästen zählten u.a. Ex-Oberstadtdirektor Klaus Bussfeld, Sparkassen-Chef Eberhard Breßlein, Stadtdirektor Michael von der Mühlen. Sozialpfarrer Dieter Heisig, DGB-Vorsitzender Josef Hülsdünker sowie die Arbeitsverwaltung mit Beate Kostka und Reiner Lipka. Mit Günther Brückner war auch ein CDU-Ratsherr anwesend - allerdings als Repräsentant des Mietervereins.

Platz: Sowohl Räumlichkeit als auch Büfett hätten weitere Gäste locker verkraftet. Zum Beispiel: die Bezirksverordneten der SPD, die nicht eingeladen worden waren. Was bei einigen zu Missstimmung geführt hat, so war zu hören.

Lars-Oliver Christoph

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