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Der Mentor-Einsatz trägt nach einem Jahr erste Früchte

14.11.2011 | 14:52 Uhr
Der Mentor-Einsatz trägt nach einem Jahr erste Früchte
Guntram Schneider, NRW-Ministers für Arbeit, Integration und Soziales, ist Schirmherr von Mentor in Gelsenkirchen. Foto: Thomas Schmidtke

Gelsenkirchen.Sogar Prinz Charles hat das Vorlesekonzept von Buchhändler Otto Stender neugierig gemacht. Seit einem Jahr trägt der Ableger in Gelsenkirchen erste Früchte.

Der Verein Mentor hilft mit Einzelförderung Kindern, die mit der deutschen Sprache Probleme haben. Ein erstes Fazit zogen Mentoren , Lehrer und der Verein am Samstag im Schloss Horst.

Guntram Schneider, Nordrhein-Westfalens Minister für Arbeit, Integration und Soziales, kam als Schirmherr mit lobenden Worten ins Schloss. Die Idee des Vereins: Ehrenamtlich tätige Mentoren gehen in Grundschulen, um ein Kind individuell zu betreuen. Der Mentor liest vor, lässt das Kind vorlesen und hilft beim Textverständnis. „Wer zum echten Leser wird, erhält ein Geschenk fürs Leben“, sagt Otto Stender, dienstältester Buchhändler in Hannover und Mentor-Bundesvorsitzender.

Aktuell gibt es 2000 Mentorinnen

Seit 2008 gibt es den Vorstand, der erste Mentor-Verein wurde 2006 auf Initiative von Stender und einigen Freunden gegründet. Heute gibt es 2000 Mentorinnen (85 Prozent der Mitglieder sind Frauen). Sogar in Großbritannien ist das Projekt auf Interesse gestoßen. Prinz Charles lud Otto Stender während einer Berlinreise ein, um mehr zu erfahren. „Seit Jahren suchte er nach einem Leseförderprojekt für Migrantenkinder.“

Neben den sprachlichen Kompetenzen ist die persönliche Beziehung zwischen Leselernhelfer und Kind wichtig. „Dadurch ändert sich auch das soziale Verhalten“, so Stender. Die geförderten Kinder stammen meist aus bildungsfernen Familien und hätte so ohnehin schlechtere Startvoraussetzungen in der Schule.

Schulprobleme setzten sich im späteren Leben fort

Die Probleme in der Schule setzten sich später im Leben fort, reichten bis hin zur Kriminalität. Seit Beginn des Programms in Hannover hat Stender einen erheblichen Rückgang der Kriminalität bestimmter Problemgruppen beobachtet. Bis es in Gelsenkirchen so weit ist, ist noch viel Arbeit nötig. Bislang sind 25 Mentoren vor Ort aktiv.

Seit kurzem ist die Sternschule an der Franz-Bielefeld-Straße als eine von fünf Gelsenkirchener Grundschulen Teil des Mentor-Programms. „Drei Mentoren kommen einmal die Woche vorbei und kümmern sich für eine Stunde um ein Kind“, sagt Schulleiterin Reinhild Behle.

Lese-Ecke in der Bücherei

In der Bücherei hat die Schule eine Lese-Ecke eingerichtet, in der Schüler und Mentor in Ruhe arbeiten können. Die Erfahrungen sind gut, gerne würde die Schule das Angebot ausbauen. „Aber das hängt natürlich vom Personal ab“, so Reinhild Behle.

Einen Appell zu einer Tätigkeit als Mentor richtet Landesminister Guntram Schneider an Interessierte: „Wir sind angewiesen auf ehrenamtliches Engagement.“ Schneider selbst hat als Schüler einen Lesewettbewerb gewonnen und lobte den Gelsenkirchener Vorstoß, auch Migranten als Mentoren zu gewinnen.

Informationen im Internet

Bei der Informationsveranstaltung berichtet der Gelsenkirchener Mentor-Vorsitzende Reno Veit über die Arbeit des Vereins. Schuldezernent Manfred Beck stellte in seinem Grußwort die Bedeutung der Arbeit heraus: „Mentor übernimmt eine zivilgesellschaftliche Aufgabe, die die Zukunft unserer Stadt sichert.“ Neben aktiven Mentoren sprach auch Kinderbuchautorin Inge Meyer-Dietrich zum Thema „Lesen lernen“ zu den Besuchern.

Im Internet können sich Interessierte auf www.mentor-gelsenkirchen.de oder telefonisch unter 9 72 98 46 informieren.

Patrick Schleu

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