Der Hoffnung eine Heimat geben

Das Trio „Andronik Yegiazaryan“ unterstützte das Fest auf dem Neumarkt mit Musik aus der ganzen Welt.
Das Trio „Andronik Yegiazaryan“ unterstützte das Fest auf dem Neumarkt mit Musik aus der ganzen Welt.
Foto: Michael Korte
Was wir bereits wissen
Die Diakonie führte am Samstag unter dem Titel „Hoffnung eine Heimat geben“ ein großes Fest durch. „Flüchtlinge“ waren das zentrale Thema der Veranstaltung.

Gelsenkirchen.. Unter dem Titel „Hoffnung eine Heimat geben“ fanden am Samstag ein Gottesdienst in der evangelischen Altstadtkirche und anschließend eine Open-Air-Aktion auf dem Neumarkt statt. „Flüchtlinge“ waren das zentrale Thema der Veranstaltung, die von der Diakonie organisiert wurde.

Der Gottesdienst war Auftakt der bundesweiten Imagekampagne „In der nächsten Nähe“ der Diakonie, bei der die Flüchtlingshilfe einen wesentlicher Aspekt darstellt. Ulrich Lilie, Präsident der Diakonie Deutschland, reiste dafür aus Berlin an. „Das Thema hat auf jeden Fall meine Sympathie und Unterstützung. Die Menschen, die so viel Schlechtes erlebt haben, haben ein Recht auf Asyl und sollen einen Ort der Sicherheit bekommen“, sagte er. Dass Flüchtlinge eine Gesundheitsversorgung erhalten und schnell in den Beruf einsteigen können, sieht er als wichtige Aufgabe. Auch Oberbürgermeister Frank Baranowski (SPD) wies darauf hin: „Um einen Zufluchtsort menschlich zu gestalten, braucht man Menschen.“ Er bedankte sich bei der Diakonie für die Hilfeleistung.

Merhaba heißt „Hallo“

Das Fest fand auf dem Neumarkt in der Altstadt statt. Neben Informationsständen zu diakonischer und Kirchenarbeit für Flüchtlinge gab es ein „Ehrenamtscafé“ sowie das „Willkommenscafé Merhaba“. „Wir treffen uns jeden Monat im Consol-Theater, um Flüchtlingsfamilien zusammenzuführen und zu unterstützen“, so Dr. Al-Jaanabi, der das Café leitet. Übersetzt heißt Merhaba übrigens „Hallo“.

Die Kleinen, unter ihnen auch einige Flüchtlingskinder, konnten sich kreativ mit Stift und Papier einbringen. Es entstanden Bilder aus Ölkreide, Bunt- und Filzstiften mit Menschen und Herzen. Zuvor hatten die Mädchen und Jungen im Alter von drei bis dreizehn Jahren bei einem Projekt der „Kleine Malschule ZKE“ einen Heißluftballon zum Thema Fluchtwege gestaltet. Er schwebte mitten auf dem Neumarkt.

Seit drei Monaten in der Stadt

Musikalisch wurde die Veranstaltung vom Trio „Andronik Yegiazaryan“ unterstützt. Es spielte Titel aus aller Welt, vordergründig aus Afrika und Asien. Auch das Angebot für das leibliche Wohl war international. Es gab arabische Spezialitäten wie das Reisgericht Makluba und Couscous mit Lammfleisch. Die Erlöse kommen der Flüchtlingshilfe in Gelsenkirchen zu gute.

Das Brüderpaar Alaa Al Sawas und Majd Sawas aus Syrien lebt seit drei Monaten in einer Wohngemeinschaft in Gelsenkirchen. Die beiden beherrschen die englische Sprache und sagten: „Wir wurden hier sehr gut aufgenommen. Uns gefällt es hier, allerdings vermissen wir unsere Familie sehr.“