Der Gelsenkirchener Pianist Michael Gees als „heimlicher Meister“

Das Cover der CD zeigt die „Secret Key Masters“, v.l.: Michael Gees, Frans Ehlhart und Marion von Tilzer.
Das Cover der CD zeigt die „Secret Key Masters“, v.l.: Michael Gees, Frans Ehlhart und Marion von Tilzer.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Für ein ungewöhnliches CD-Projekt hat der niederländische Musikproduzent Bert van der Wolf drei „Secret Key Masters“ zusammengeführt. Mit dabei: Michael Gees aus Gelsenkirchen

Gelsenkirchen.. Man nehme: Ein kleines Aufnahmestudio in Belgien, einen Steinway D Konzertflügel und drei Ausnahmepianisten, die sich nie zuvor gesehen haben. Das sind die Zutaten für ein ungewöhnliches Hörerlebnis: „Secret Key Masters“ heißt die CD, die auf diese Weise entstanden ist. Und Michael Gees ist einer dieser „heimlichen Meister der Tasten“.

Die Idee zu diesem unkonventionellen und gleichermaßen genialen Projekt hatte der niederländische Musikproduzent und Toningenieur Bert van der Wolf, der mit allen drei Pianisten bereits vorab gearbeitet hatte: Mit dem Gelsenkirchener Michael Gees unter anderem bei den Aufnahmen zu Schuberts „Winterreise“ und mit den beiden in Holland lebenden Komponisten und Pianisten Frans Ehlhart und Marion von Tilzer bei diversen anderen Gelegenheiten.

Wechselbad der Gefühle

„Als ich diese Musiker hörte, und die Weise, wie sie ihre ganz eigene Musik spielen, wurde mir klar, dass ich sie einmal alle zusammenbringen musste“, schreibt Bert van der Wolf im Booklet zu der CD, die am 23. Januar auf dem Challenge Classics Label erscheint (22,99 Euro, ASIN: B00PMMHELY). „Für mich ist mit diesem Projekt ein lang gehegter Traum in Erfüllung gegangen“, schwärmt der Produzent, der genau beobachtete, wie Gees, von Tilzer und Ehlhart sich über acht Stunden lang im Aufnahmestudio gegenseitig zuhörten und im Wechsel improvisierten oder interpretierten.Das Aufnahmeergebnis hat er in 77 spannende Musikminuten zusammengerafft.

Und wer sich auf das Wagnis des Zuhörens einlässt, erlebt ein Wechselbad der Gefühle, das nach den nachdenklichen Eingangsklängen von Gees’ „Extempore 1“ zu den perlenden Läufen von Tilzers „Counting the Stars“ und den nervös flirrenden Phasen Ehlharts „Chicken Dance“ wechselt.

Gees spielt in der Kellerbar des Consol Theaters

Michael Gees rastloses „Extempore III“, klingt im Verlauf wütend und trotzig – und findet schließlich ein Pendant in Marion von Tilzers „Little Story about Love“. Frans Ehlharts „Autumn Morning“ wirkt hingegen wie die tröstende Antwort auf „Extempore IV“, einem Werk, das Traurigkeit in Klang übersetzt. Die Mischung macht’s! Ein echter Geheimtipp, diese „Secret Key Masters“. . .

Wer Michael Gees live erleben möchte, hat am Dienstag, 13. Januar, bei der „Konzert Meditation Spezial“ in der Kellerbar des Consol Theaters an der Bismarckstraße 240 Gelegenheit dazu. Ab 19 Uhr musiziert er mit der Sopranistin Anna Lucia Richter.