Der Dirigent spielt hier mal die erste Geige

Die Neue Philharmonie Westfalen spielt unter Leitung von Generalmusikdirektor Rasmus Baumann Haydn und Beethoven.
Die Neue Philharmonie Westfalen spielt unter Leitung von Generalmusikdirektor Rasmus Baumann Haydn und Beethoven.
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Was wir bereits wissen
Was hat es mit der Sinfonie auf sich? Diese Frage beantwortet die NPW in der Matthäuskirche im Rahmen der KeK-Reihe anhand von Haydn und Beethoven. Das Publikum war begeistert.

Gelsenkirchen.. Ein wenig Lokalpatriotismus darf es sein. Auch vor einem Sinfoniekonzert. „Der Beifall in der Matthäuskirche für die Neue Philharmonie hat den Beifall in der vergangenen Woche in der Arena weit übertroffen“, begrüßt Schalke-Pfarrer Ernst-Martin Barth das Publikum.

Es ist ein interessierter Kreis von Zuhörern, der das Programmangebot von „Kunst entdeckt Kirche“ (KeK) wahrnimmt. Einen Teil der Wirkung entfalten die Werke wegen der großartigen Akustik der Matthäus-Kirche, die sich als regelrechter Trumpf erweist.

Pädagogische Vermittlung

Was hat es mit der Sinfonie auf sich? Die Frage steht im Raum und GMD Rasmus Baumann ebnet mit seiner lockeren Moderation anhand von musikalischen Beispielen und Anekdoten einen Zugang zur klassischen Musik - denen, die dafür bislang kein geübtes Ohr haben und denen, die Bekanntes neu, „anders“ hören möchten.

Die Sinfonie Nr. 1 D-Dur von Haydn (1732-1809) und die Sinfonie Nr. 1 C-Dur op. 21 von Beethoven (1770-1827) stehen im Mittelpunkt. Das Ganze steht unter dem Titel „Haydn im Dialog mit B & B“. In dem einstündigen Moderationsteil - dabei darf durchaus mal gelacht werden („Das Metronom ist das Folterinstrument eines jeden Musikschülers“) - tritt die pädagogische Vermittlung auf den Plan: Musiker spielen einzelne Sätze an, der Geiger demonstriert ein leises und ein lautes Pizzicato und für den Vergleich zwischen heutiger und historischer Trompete reckt die Blechbläserabteilung beide Instrumente in die Höh’.

Ein famoser Dialog

Soll die Liedform A-B-A verdeutlicht werden, erklingt eine Variation von „Hänschen klein“, geht es um die Sonatenhauptsatzform werden die ersten Takte der „Eroica“ als Beispiel herangezogen.

Der GMD unterstützt das Ganze mit einem lautmalerischem Pa-Pam-Pa-Di, entlarvt das Komponisten-Wesen anhand von Notenhandschriften, unternimmt eine Exkursion in die Wiener Klassik und beschwört in eingestreuten Intermezzi die Magie von Beethoven. Ein famoser Dialog.