Der Blick durch die Durchschnittsbrille täuscht

Es kommentiert: Friedhelm Pothoff.
Es kommentiert: Friedhelm Pothoff.
Foto: WAZ
Was wir bereits wissen
Die Bündnis-Städte benötigen dringend die Aufmerksamtkeit des Bundes und noch mehr das Geld, das ihnen zusteht, um vor Ort vernünftig wirtschaften zu können.

Gelsenkirchen.. Wenn jemand eine Reise tut, so kann er was verzählen. Was Matthias Claudius einst für das Lied „Urians Reise um die Welt“ dichtete, gilt heute noch. Auch für Gelsenkirchens Kämmerer Georg Lunemann, der zu der großen Gruppe der 52 Städte zählte, die jüngst in Berlin dafür warb, finanziell nicht weiter vernachlässigt zu werden.

Kommt die Unterstützung rechtzeitig, hätte sie einen nicht zu unterschätzenden Nebeneffekt. Zumindest für die Kommunen aus Nordrhein-Westfalen: Die Wahrscheinlichkeit, dass Städten wie Gelsenkirchen, die am Stärkungspakt Stadtfinanzen der Landesregierung teilnehmen, derselbe nicht in der Endphase der Subventionierung um die Ohren fliegt, würde erheblich steigen. Dass die Auflagen, die in diesem Zusammenhang aus Düsseldorf kommen, sich zunehmend katastrophal auf die Höhe der Hebesätze für die Grundsteuer B oder die Gewerbesteuer auswirken, ist nicht mehr zu kaschieren.

Entsprechend ist mit der Reise der Bündnis-Teilnehmer zumindest eines verbunden: Hoffnung. Auf eine Plenardebatte im Deutschen Bundestag, um dem Thema endlich die nötige und richtige Bedeutung zu verleihen. Zeitnah. Damit auch der letzte Abgeordnete in der Hauptstadt versteht, dass die bundesweite Durchschnittsbetrachtung aus der Berliner Brille die Realität vor Ort vollkommen vernebelt. Während es auf der einen Seite Kommunen gibt, die ihren Platz an der Sonne weiter ausbauen, gibt es auf der anderen Seite Städte, wie Gelsenkirchen, denen mit Blick auf ihre finanzielle Ausstattung das Wasser bis zum Hals steht.