Der Be-Flügelte
30.09.2009 | 06:00 Uhr 2009-09-30T06:00:00+0200Joja Wendt ist Klavier-Virtuose, Entertainer und Artist. Am 25. Januar 2010 gastiert er mit seinem aktuellen Programm "Das Beste am Klavier" im Gelsenkirchener Musiktheater. In der Musikschule gab's schon mal einen Vorgeschmack.
Die Finger rasen. Die Füße folgen klapp, klapp, klapp im Takt. Wenn Joja Wendt am Flügel sitzt, dann spielt der ganze Mann, nicht nur die Hände. Manchmal sogar mit der Nase. Und demonstriert so: Klaviermusik kann ernst sein. Dramatisch und gewichtig. Sie kann aber auch leicht sein, und unterhaltsam, und voller Geschichten.
„Das Beste am Klavier” heißt das aktuelle Programm des Klavierkünstlers, der sich offiziell Steinway-Artist nennen darf. Im kommenden Januar, genauer am 25., gastiert er damit im MiR. Vorab gab er vor Lehrern und in der Städtischen Musikschule an der Rolandstraße eine kleine Kostprobe dessen, was er auf der Bühne so leistet.
Keine fünf Minuten dauert es, bis der Hamburger Pianist bewiesen hat: Hier steht ein Unterhalter im besten Sinne, einer, der den Auftritt liebt, nicht das große Publikum. Denn im Proberaum haben sich vielleicht 25 Zuschauer eingefunden – kein Vergleich zu den Hallen, die Wendt normalerweise mit seinen Konzerten füllt. Der Pianist trägt Polohemd und Jeans, flachst mit dem Publikum, erzählt von Jazz-Musik, wie er als Junge für Boogie-Woogie schwärmte („das ging los”) und es noch immer tue, und wie er sich immer wieder der Herausforderung durch angeblich unspielbare Stücke stellt.
Dabei schafft der 45-Jährige es spielend, die Kinder auf seine Seite zu ziehen. Derart begeistert spricht er von der Musi, dass man meinen könnte, Klavierspielen sei ein einziges Abenteuer. Den Musikschul-Lehrern kann das nur Recht sein. Im Gespräch gibt einer von ihnen zu, es sei schwer, die Schüler zum Üben zu motivieren. Was tun?
Joja Wendt schlägt moderne Stücke vor, wie „Feel” von Robbie Williams zum Beispiel. „Alles, was rockt ist gut”, sagt er. Und dann lädt er Klavierlehrer Norbert Ewald zu einer ganz besonderen Lehrstunde ein: Vierhändig improvisieren die beiden einen Boogie-Woogie am Musikschul-Flügel („Ein gutes Instrument”, lobt Wendt). Dabei springt der Pianist von links nach rechts, spielt mal die hohen, mal die tiefen Töne, und sorgt damit für Heiterkeit im Publikum. Diese Zuschauer, scheint es, werden am 25. Januar im Musiktheater wieder dabei sein.
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