Das „Tor Auf Schalke“ soll in Gelsenkirchen entstehen

Ein Blick auf das Gelände des FC Schalke 04 im Berger Feld.
Ein Blick auf das Gelände des FC Schalke 04 im Berger Feld.
Foto: WAZ
Der FC Schalke 04 macht sich fit für die Zukunft. Neben der Konsolidierung der Finanzen und dem Erhalt einer wettbewerbsfähigen Bundesliga-Mannschaft steht dafür in den nächsten Jahren vor allem ein umfangreicher Umbau des Vereinsgeländes.

Gelsenkirchen.. Der FC Schalke 04 plant seine Zukunft. Neben der finanziellen Konsolidierung und dem Erhalt einer Bundesliga-Spitzenmannschaft steht dafür in den nächsten Jahren ein Umbau des Vereinsgeländes im Berger Feld. Gesucht werden Ideen für den Neubau eines Fan- und Besuchergebäudes, das „Tor Auf Schalke“, für die Einbindung eines Regionalliga-Stadions und Visionen für die fernere Zukunft.

„Klar“, sagte Peter Peters, „wir hätten einfach bauen können, doch ob das Ergebnis so nachhaltig werden würde, wie wir es gerne möchten, weiß ich nicht.“ Also nimmt sich der Verein ein Vorbild für sein „Tor Auf Schalke“, und zwar eines, das sich sehen lassen kann: die Firmenzentrale der Adidas AG in Herzogenaurach, die „World of Sports“.

Eine sehr spannende Aufgabe

„Ich finde dieses Vorbild sehr gut“, erläuterte der Finanzvorstand am Montag. „Dort wird man als Besucher intuitiv geleitet. Da möchten auch wir hin.“ Und weil Peters und Alexander Jobst, Vorstand Marketing des Bundesligisten, das Konzept so gut gefiel, sannen sie darüber nach, wie man so etwas wohl realisieren könne. Peters: „Wir haben uns schließlich an den Architekten gewandt, der Adidas entwickelte, an Professor Hans-Peter Achatzi, und wir konnten ihn als Berater für das Projekt gewinnen.“

Hintergrund Prof. Dipl.-Ing. Hans-Peter Achatzi lehrt am Institut für Ökonomie und Organisation des Planens und Bauens an der Fachhochschule Köln und findet die Aufgabe, das „Tor Auf Schalke“ zu entwickeln, „eine sehr spannende“. Er schlug dem Verein einen Architektenwettbewerb vor, „der frei ist, ohne Schere im Kopf“. Rund 150 renommierte Büros aus dem In- und europäischen Ausland beteiligten sich. Eine Jury wählte jüngst 30 von ihnen aus – sie treten jetzt in die erste Wettbewerbsphase ein. „Das sind junge, frische Büros. Da können wir gute Ideen erwarten“, so der Architekt.

Der Verein ist stark gewachsen

Der Grund für den Neubau liegt auf der Hand. Schalke ist enorm gewachsen in den letzten Jahren und platzt aus allen Nähten. Auch außerhalb des Spielbetriebes seien fast täglich viele hundert bis mehrere tausend Menschen auf dem Vereinsgelände unterwegs: um Fan-Artikel einzukaufen, um der Mannschaft beim Training zuzuschauen, so der Club – oft auch beides.

Dieses Potenzial will Schalke nutzen. Entsprechend wird ein Gebäudeentwurf gesucht, in dem auf 2600 Quadratmetern Nutzfläche ein Teil der Verwaltung sowie weitere Elemente untergebracht werden sollen (Investitionsvolumen rund 15 bis 20 Millionen Euro). Auf Höhe der Straßenbahnbrücke an der Kurt-Schumacher-Straße auf dem Gelände der Parkplätze P1 und P2 (am Herbert-Burdenski-Weg) soll der Komplex realisiert werden. Das Gelände dieses engeren Wettbewerbsgebietes ist rund 8,5 Hektar groß.

„Es soll“, so Achatzi, „den Hauptzugang im alltäglichen Betrieb signalisieren, auch außerhalb der Heimspieltage und von Großevents.“ Alle öffentlichkeitsbezogenen Angebote und Service-Einrichtungen des Vereins sollen zusammengefasst oder von dort zu ihnen übergeleitet werden.

Dem Leitbild entsprechen

Dazu zählen: Ticketing, Fanbetreuung, Mitgliederkontakte, ein Shop, Gastronomie sowie die „Schatzkammer“ für die emotionalen Momente. „Das ,Tor Auf Schalke’ soll den Vorgaben unseres gerade verabschiedeten Leitbildes entsprechen“, brachte Alexander Jobst es auf den Punkt. Dazu gehörten die Merkmale Tradition, Erfolg und Fans.

Für ein weiteres Wettbewerbsgebiet werden zudem Visionen gesucht. Auf diesen 30 Hektar liegen die Trainingsfelder, die Reste des Parkstadions, die Gesamtschule Berger Feld und öffentliche Parkanlagen. Die Grundstücke sind Eigentum des Vereins oder der Stadt Gelsenkirchen.

Der weitere Terminplan: Abgabe der Arbeiten Phase 1 am 25. Juli; Abgabe der Modelle Phase 1 am 1. August. 1. Jury-Sitzung am 21. August. Von 30 Wettbewerbern kommen acht in Phase 2. Einen Workshop mit den Teilnehmern soll es am 30. August geben; Abgage der Arbeiten Phase 2 am 5. Oktober; Abgabe der Modelle am 12. Oktober, letzte Jury-Sitzung am 30. Oktober.