Das neue Heiner’s im Gelsenkirchener Nordsternpark ist eröffnet

Das Gesamtensemble von Heiner’s Parkhotel.
Das Gesamtensemble von Heiner’s Parkhotel.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
24 Monate geplant, davon zwölf Monate gebaut und jetzt eröffnet: Der neue Komplex von Heiner’s Parkhotel im Nordsternpark.

Gelsenkirchen.. Ein Güterzug donnert am Rande des Nordsternparks vorbei. Und kommt, wenngleich störend, André Berger fast Drehbuch reif daher. Der Inhaber des Heiner’s richtet schon vor der Besichtigung seines neuen Parkhotels die Aufmerksamkeit auf Zimmer 301. „Sie sehen den Zug, aber Sie hören ihn nicht. Eher nehmen Sie Geräusche aus dem Nachbarzimmer. wahr“ Die Zauberformel für dieses Kunststück: Fenster mit Schallschutzklasse 5.

Der Geschäftsführer der Heiner’s Hotel und Gastronomie GmbH ist rechtzeitig aus der Jeans in den Anzug geschlüpft, um die große Schar geladener Eröffnungsgäste zu begrüßen. Und er liefert ihnen vor der Premierebesichtigung eine geballte Ladung an Detailinformationen gleich mit.

250 Tonnen Stahl wurden verbaut

24 Monate hat es gedauert, bis der neue, von Säulen getragene Hotel-Würfel nach den Plänen des Essener Architekten Fredy Atzert stand; zehn Monate brauchte es allein für die behördlichen Voraussetzungen. Und dann wurde in die Hände gespuckt. 150 Handwerker, berichtet Berger, seien im Einsatz gewesen, „in Spitzenzeiten gleichzeitig, in den letzten sechs Wochen immer“.

250 Tonnen Stahl wurden verbaut 1100 Quadratmeter Aluminium-Fassade. 50 Tonnen Mobiliar stehen im neuen Heiner’s, dessen Vitalwellness-Bereich im vierten Obergeschoss quasi die Krönung ist: Ruhe, Entspannung, Sporteln auf 450 Quadratmetern im Schatten des allgegenwärtigen Herkules hoch oben auf dem Sitz der Vivawest-Verwaltung. Allein 50 Tonnen Mobiliar birgt die Herberge auf einer Gesamtfläche von 3300 Quadratmetern. Von den neun Zimmern im „Ur“-Heiner’s nebenan auf 36 Zimmer – davon drei Suiten – ist die Kapazität des Park-Hotels gewachsen, die Mitarbeiterzahl um zehn auf jetzt 58 gestiegen.

Markt vor dem Neubau analysiert

„Warum haben wir das gemacht?“ Berger bleibt die Antwort nicht schuldig. Gelsenkirchen haben Potenzial. Man habe natürlich den Markt analysiert und festgestellt: „Der Bedarf ist da.“ Im Sauseschritt erinnert der Geschäftsführer an die Entstehungsgeschichte: Als „Schnitzel-, Pommes-, Pizza-Imbiss“ 1997 im Zuge der Bundesgartenschau entstanden, hat Berger 2008 die Gastronomie am Horster Standort für Industriekultur übernommen, im selben Jahr den Biergarten eröffnet, 2012 das ganze Objekt erworben und mit neun Zimmern ein kleines aber feines Hotel von schlichter Eleganz realisiert, das mit dem Gourmet-Restaurant als echter Geheimtipp für Business-Gäste und Ruhrgebietstouristen galt. Und wer es noch nicht wusste: Das Heiner’s heißt Heiner’s wegen André Bergers Opa Heinz, dem Schmid, der Heini gerufen wurde. Ganz einfach.

Die „kluge Wachstumsstrategie“ anerkennt später Oberbürgermeister Frank Baranowski. „Durch den Anbau ist ein komplettes Parkhotel entstanden.“ In dem er, wie er fast verschmitzt einräumt, gerne einmal übernachten würde. Wenn er nicht in Horst wohnen würde.

Formvollendet das rote Band durchschnitten

Dann wird es für einen kurzen Augenblick fast feierlich: Betriebsleiter Sami Nofal und sein Chef durschneiden gemeinsam mit Bergers Tochter Julia Eva formvollendet das rote Band – und die Gäste schlendern in Gruppen durch das neue Heiner’s mit seinen geschmackvoll eingerichteten Zimmern, deren Stil denen vom „kleinen“ Heiner’s gleich nebenan angepasst sind. Dem kleinen aber feinen Hotel, das mal eine ganz besondere Absage erteilen musste: als Real Madrid 79 Zimmer buchen wollte ... Eingedenk dessen wird Sami Nofal sicher noch häufiger schmunzeln müssen.

Spenden für die Opfer der Erdbebenkatastrophe

DieInvestitionskosten liegen, wie Betriebsleiter Sami Nofal bei Baubeginn 2014 berichtete, im hohen siebenstelligen Bereich. Das ursprüngliche Heiner’s ist im ehemaligen Magazin der Zeche Nordstern beheimatet. Alle Zimmer erinnern mit liebevollen Details an die industrielle Vorgeschichte des Parkhotels.

Anlässlich der Eröffnung hatte André Berger für einen speziellen Zweck ein Sparschwein aufgestellt: Er bat um Spenden für die Opfer der Erdbebenkatastrophe in Nepal.