Das Musiktheater im Revier macht Schule

Ihr Fazit nach einem Jahr Kooperation zwischen der Gesamtschule Ückendorf und dem Musiktheater im Revier fällt durchweg positiv aus: Im Bild (vl) Olfa Moula, Selin Gercek, der stellvertretende Schulleiter Achim Elwert, Sahra Ahmed, Anna Grundmeier (Dramaturgin des MIR), Melis Yesiltarna, Lehrer Klaus Wissing und die Theaterpädagogin Katja Fischer.
Ihr Fazit nach einem Jahr Kooperation zwischen der Gesamtschule Ückendorf und dem Musiktheater im Revier fällt durchweg positiv aus: Im Bild (vl) Olfa Moula, Selin Gercek, der stellvertretende Schulleiter Achim Elwert, Sahra Ahmed, Anna Grundmeier (Dramaturgin des MIR), Melis Yesiltarna, Lehrer Klaus Wissing und die Theaterpädagogin Katja Fischer.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Jugendliche der Gesamtschule Ückendorf und MiR-Mitarbeiter blicken gemeinsam auf ein erfolgreiches Jahr Zusammenarbeit zurück...

Gelsenkirchen.. Schule begegnet Theater. Die Fahne im Eingangsbereich der Gesamtschule Ückendorf symbolisiert das Bekenntnis der Schule zur Kultur, besser noch zum Musiktheater im Revier. Das Banner ist Zeugnis von der Partnerschaft, die im letzten Schuljahr zwischen der GSÜ und dem MiR bestand. Eine Kooperation, die für einen Teil der Schüler das Interesse an Oper, Theater und Ballett geweckt hat. Die Partner stellen sich gegenseitig ein sehr gutes Zeugnis aus.

Der Anfang der Zusammenarbeit entpuppte sich als logistische Herausforderung. 1000 Gesamtschüler erlebten im Großen Haus Schule im Theater. Eine Premiere, die Pädagogen wie Hausherren verdeutlichte, dass auch Zuhören erst gelernt werden muss. Nun, im Laufe der Kulturvermittlung kamen sich die Partner näher, die Schüler genossen die Besuche im Theater. Als kulturelles Ziel galt: Jeder Schüler sollte mindestens einmal eine Aufführung erleben. Lehrer Klaus Wissing, der die Partnerschaft mit ins Leben rief, erinnert sich: „Für die meisten Schüler war es ein Abenteuer, plötzlich den Abend mit einem Theaterbesuch zu gestalten. In Workshops mit den Theaterpädagogen wurden Inhalte der jeweiligen Stücke aufgearbeitet und nach der Aufführung besprochen.“

Eine besondere Lernleistung

Viele Schüler knüpften Kontakte zu Künstlern und Mitarbeitern, befragten Besucher, was sie am Theater fasziniert. Olfa Moula machte sich ein Bild von den vielen Berufen, die im Theaterleben dazu gehören: „Ich habe Interviews geführt, mich im Malersaal und in anderen Abteilungen von der Vielseitigkeit überzeugen können.“ Der Malersaal hat besonderen Eindruck hinterlassen. Die 20-Jährige denkt darüber nach, Kunstmalerei mit ihrem geplanten Lehramtsstudium zu verbinden. Dramaturgin Anna Grundmeier sieht die Ausbildungsmöglichkeit im Theater als Nebeneffekt der Kooperation. „Die Schüler können sich überzeugen, dass Schneider, Schreiner oder Schlosser auch im Theater eine Zukunft haben.“ Und wenn es mit der Ausbildung nichts wird, ist sie zufrieden, wenn der eine oder andere einmal im Jahr den Weg ins Theater findet.

So mancher Schüler schlüpfte in die Rolle eines Statisten, bei Führungen blickten Schüler auch hinter die Kulissen. Melis Yesilturna (19), die gerade ihr Abi bestanden hat, war von „Move“ so fasziniert, dass sie sich bei der Tanz AG im MiR anmeldete und regelmäßig trainierte. Ihre 15-seitige Dokumentation über das Tanzprojekt wurde als besondere Lernleistung mit sehr gut bewertet, verbesserte gar ihren Abi-Durchschnitt.

Fahne als Symbol der Zusammenarbeit

Für eine Reihe von Schülern bleibt die Verbindung zum MiR bestehen. Theaterpädagogin Katja Fischer ist überzeugt, dass viele erfahren haben, wofür Theater steht und Neugierde bei den Schülern geweckt worden ist. Sie hofft auf weitere Begegnungen und setzt auf engagierte Lehrer, ohne deren Einsatz die Kooperation nicht funktioniert hätte. Jugendliche ruft sie auf, vorbeizuschauen: „Wir wollen euch gerne hier haben!“ Auch die Künstler haben das Interesse der Schüler gespürt. Das Entgegenkommen war beidseitig: So hatte zur Krönung des Abiballs Sopranistin Petra Schmidt mit ihrem Auftritt den Abend mitgestaltet. Ein Rollentausch, der die Kooperation deutlich machte.

Übrigens: Mit einem Theaterfest zur Eröffnung der Saison 2014/15 begann die Partnerschaft zwischen der Gesamtschule Ückendorf und dem Musiktheater im Revier. Intendant Michael Schulz überreichte eine Fahne als Symbol der Zusammenarbeit. Die Kooperation ist vorher bei einer Schulkonferenz bestätigt worden.

In Lerngruppen bereiteten sich die Schüler auf die Aufführungen vor. Elf Stücke von Rigoletto bis Ruß konnten sich die Schüler ansehen und -hören.