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"Das Minarett-Urteil macht mir Angst"

03.12.2009 | 19:00 Uhr

Superintendent Rüdiger Höcker fordert beim Jahresempfang des Ev. Kirchenkreises soziale Gerechtigkeit und kultuelle Offenheit

Rüdiger Höcker, Superintendent in Gelsenkirchen. Foto: Cornelia Fischer

Kinderarmut, Klimagerechtigkeit, Soziale Marktwirtschaft, Familie und die Evangelische Kirche im 21. Jahrhundert – das waren die Themen der Begrüßungsrede von Superintendent Rüdiger Höcker anlässlich des Jahresempfanges des Ev. Kirchenkreises.

Im Blick auf die neue Studie der Ev. Kirche von Westfalen „Ethische Dimensionen der Sozialen Marktwirtschaft“ fomulierte er: „Es ist nicht nur die Aufgabe der Kirche, es ist die Aufgabe einer starken Zivilgesellschaft, dafür Sorge zu tragen, dass die immensen Lasten, die die Weltwirtschaftskrise uns allen auferlegt hat, nicht von den Sozial-, Gesundheits- und Bildungssystemen zu tragen sein werden. Immer breiter wird der Graben zwischen arm und reich in unserem Land und weltweit. Da hilft keine Brücke. Es braucht eine weltweite Neubesinnung auf unsere gemeinsame Verantwortung für ein Wirtschaften im Dienst aller Menschen.“

Der Vortrag von Petra Bahr, Kulturbeauftragte der Ev. Kirche in Deutschland (EKD), musste wegen Krankheit ausfallen. Höcker übernahm es deshalb selbst, einige Impulse für den anschließenden informellen Gedankenaustausch unter den Gästen aus Politik und Verwaltung, Wirtschaft und Arbeitswelt, Kirche und Kulturschaffenden zu formulieren. „Das Ergebnis der Bürgerbefragung in der Schweiz macht mir Angst“, sagte er. „Dieses Ergebnis ist das Resultat einer verfehlten Kulturpolitik. Wir brauchen eine neue Kultur, offen für die Vielfalt des Lebens. Wir brauchen eine neue Kultur gemeinsamer Verantwortung für das Ganze. Wir brauchen dafür Bündnisse über Kultur- und Religionsgrenzen hinweg.“

Tina Bucek

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